Transmedialer Raum

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Transmedialität ist ein Phänomen, das sich in den Übergängen, den Wanderungen und Verwandlungen zwischen Medien manifestiert. Sie kann sowohl auf der Ebene der Zeichen, als auch auf der technologischen Ebene beobachtet werden. Ihren ursprünglichsten Ausdruck findet sie im Traum; ihre ideellen Wurzeln in der Konzeptkunst der 70er Jahre, der geistigen Vorreiterin einer digitalen Kunst, in der alle Zeichensysteme auf Code beruhen „was die geradezu unbegrenzte Datenübertragung zwischen beliebigen semiotischen Systemen ermöglicht.“ (Simanowski 2006)


Das Atelier Transmedialer Raum versteht sich als ein Treibhaus, ein Labor zu Initialisierung und Erforschung transmedialer Prozesse. Was geschieht wenn sich gesprochene Sprache in Text verwandelt? Wenn Materie programmiert und Daten materialisiert werden?  Wenn alte Techniken des Bewusstseins auf Maschinen angewandt oder Coaching Systeme aus dem Management in „zweckfreie“ Kunst überführt werden?


In den Kolloquien und Ausstellungsprojekten werden individuelle künstlerische Positionen verstärkt und kontrastiert. Die Seminare sind an den Schnittstellen von Labor und Experiment, Kunst und Wissenschaft, Recherche-basierter Kunst und intuitiver künstlerischer Handlung angesiedelt. Die Beschäftigung mit dem Raum, sei es der physische oder virtuelle, der filmische oder der soziale Raum dient als Ausgangspunkt für eine installative Ausstellungs- und Aufführungspraxis.

Lehrende

Aktuelle Seminare

FS PAST PRESENTS FUTURES - A Time Traveler’s Diary

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Slow Chocolate Autopsy, Iain Sinclair & Dave McKean, 1997

Transmedialer Raum, Große Witschgasse 9-11

Donnerstags, 14.00 -16.00 h


„Ein bekannter Kunsthistoriker reist mit einer Zeitmaschine aus der Zukunft zurück ins 21. Jahrhundert um den Maler Mathaway zu besuchen, der zu seiner Zeit vollkommen unbekannt war und erst in der Zukunft entdeckt wurde. Er lernt ihn aber als einen verdorbenen, untalentierten, an Größenwahn leidenden Zeitgenossen kennen; Mathaway stiehlt ihm sogar seine Zeitmaschine und entflieht mit ihr in die Zukunft. Dem Historiker, der sich solcherart in unserem Jahrhundert gefangen sieht, bleibt nichts anderes übrig, als Mathaways Identität anzunehmen und sich selbst als Maler zu versuchen: das Genie ist er selbst.“ 
Slavoj Žižek nach William Tenn


Das Motiv der Zeitreise als ein Techno-Phantasie hat Autor_innen die sich mit der Auswirkung von Technologien auf die Gesellschaft beschäftigen seit jeher fasziniert. Zeitreisen haben die Space Odyssey im Hinblick auf die Komplexität von Erzählungen als zentrales Moment zeitgenössischer Science Fiction abgelöst. In der Übertreibung der Kontrolle von Zeit über viele Zeitebenen hinweg, spiegelt sich der Wunsch nach Weltbeherrschung mittels Prognostik und Computersimulation. In diesem Seminar interessieren uns Zeitreisen jenseits der Apparate vor allem als Gedankenexperimente, die eine imaginative Atemporalität ermöglichen – als Maschinen zur Herstellung von Zukunft. Welche Methoden gibt es durch die Zeit zu reisen (psychologisch, schamanistisch, künstlerisch)? Welche Rolle spielen Medien bei der Reise durch die Zeit? Und im Hinblick auf das utopische Potential der Zeitreise – wie würde der Blick aus einer postrassistischen, postsexistischen, postspeziesistischen Gesellschaft der Zukunft, auf unsere Gegenwart aussehen? Die Studierenden sind eingeladen eigene Projekte vorzustellen und zu entwickeln.


Themenfelder: Retroaktive Kausalität, Prädestinationsparadoxien Uchronie, Zeitschleifen, Zeitkapseln, Dehnungen und Stauchungen, Wurmlöcher, Parallelwelten u.v.m. 

FS Eine andere Sonne – In-Game Photography

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Wiebke Elzel, Thomas Hawranke

Transmedialer Raum, Große Witschgasse 9-11 / Case - Projektraum der Fotografie

Fachseminar, Dienstags 17 - 19h

Erster Termin: Dienstag, 25. April, Transmedialer Raum


Ist unsere Wahrnehmung innerhalb virtueller Welten eine andere, als in der wirklichen Welt? Verändert sich der künstlerische Blick mit den Oberflächen, die er abtastet? Sind in den virtuellen Welten die gleichen Konzepte und Techniken anwendbar, die wir für fotografische Projekte in der realen Welt benutzen? Was geschieht, wenn künstlerische Überlegungen nicht Offline, sondern Online ihre Anwendung erfahren? Wie antworten Künstler auf die dominanten visuellen Oberflächen der unterschiedlichen Spielwelten? Und wie entgehen wir den Rhythmen der Maschine, die uns zum Handeln in der digitalen Landschaft verführen wollen?


Das Seminar sucht einen fotografisch-forschenden Ansatz im Umgang mit den virtuellen Weiten. Wir verweilen in den Landschaften, entdecken unberührte digitale Natur und fotografieren die Grenzbereiche simulierter Wirklichkeiten. 


Literaturempfehlungen:

Galloway, Gaming: Essays on Algorithmic Culture Huberts/Standke, Zwischen|Welten – Atmosphären im Computerspiel

Knorr, Cyberanthropology

Levi-Strauss, Traurige Tropen

videogametourism.at, The Art of in-game Photography

Projekte

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