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„MUZUNGU“ (THE WHITE HERO COMPLEX)

KHM
Diplomausstellung von Marie Köhler in der Flexzone der KHM.
Vernissage: Freitag, 24. März 2017, 19 Uhr, Flexzone, bis 9. April, 17-21 Uhr
Pipinstraße 16
50676 Köln

Freitag, 24. März, 1930 Uhr,

Eröffnungsrede: Prof. Dr. Lilian Haberer
21 Uhr, Performance mit dem Künstler Steve Sebera aus Ruanda und der Künstlerin Marie Köhler

Die kulturellen Referenzräumen Europa und Afrika und die wechselseitigen Zuschreibungen und Stereotype verarbeitet Marie Köhler in ihrer gerade entstandenen installativen Arbeit "Muzungu", die sich aus dem Archiv an Erlebnissen, Eindrücken und Szenen mit den Partnern, Menschen, Institutionen und den politischen Realitäten in den unterschiedlichen Ländern speist. Dabei thematisiert sie Interaktionen zwischen (helfenden) Weißen und mit diesen konfrontierten Afrikanern, ihr unausweichliches Verstrickt-Sein in ein Geflecht von gegenseitigen Zuschreibungen und den Versuch, diese wenn auch nur zeitweise aufzuheben. Ästhetisch zurückkommend zu ihren eigenen Anfänge, reflektiert sie in Selbstinszenierungen dabei insbesondere auch die Rolle der weißen Frau in diesem Spannungsfeld.  Sie berührt die Ambivalenzen unseres Verhältnisse zu Afrika zwischen akzeptierter Notwendigkeit von Entwicklungshilfe, fortgesetzter, wirtschaftlicher Ausbeutung und Erschließen der Märkte der Zukunft und zeigt dieses als zutiefst selektives und gespaltenes.  

Marie Köhler (studiert seit 2014 an der KHM), bewegt sich zwischen tradierten Kunstsparten und fokussiert sich in ihrer, mit Selbstinszenierungen begonnenen Arbeit, in den letzten Jahren konsequent auf das Verhältnis von Europa und Afrika. Nachdem sie zuerst an der FH Dortmund Fotografie studierte, begann sie im Rahmen ihres Abschlusses erste Projekte im Austausch und in Kooperation mit afrikanischen Künstlern. Dazu besuchte sie zuerst das Operndorf von Christoph Schlingensief in Burkina-Faso und unternahm dann weitere selbstorganisierte Reisen nach Ruanda und in die DR Kongo. Die eigenwilligen und berührenden Ergebnisse dieser Arbeit sind in den beiden veröffentlichten Bildbände zu "Mach Dir ein Bild!" dokumentiert. 

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