35 Literaturgeschichten – Lunch Lectures

„Was ist schnitt. Was ist geschnitten damit. Was ist damit schnittig inmitten.“ (G. Stein, übersetzt von B. Köhler)
Lunch Lectures: 35 Literaturgeschichten
Das Mittwochsritual!
Die Lunch Lectures sind wieder da und gehen mittlerweile in die dritte Runde! Bei diesem Lesungsformat für Zwischendurch lädt das Literarische Schreiben der Kunsthochschule für Medien und die Kölner Stadt-bibliothek jeden zweiten Mittwoch Autor*innen aus der Region und darüber hinaus ein, um Bücher vorstellen, die sie besonders geprägt haben. Jede Veranstaltung ist also eine kurze und oft sehr persönliche Auseinandersetzung mit Texten aus den letzten 70 Jahren Literaturgeschichte. Von Klassikern bis zu fast vergessenen Schätzen ist so ziemlich alles Denkbare dabei. Diesmal mit sprachlichen Ausflügen in die dänische und irakische Lyrik, in US-amerikanische Prosa und ins Jelinekische. Wir fangen pünktlich um 13:15 Uhr an und nehmen uns dafür eine knappe Dreiviertelstunde Zeit. Dazu gibt es (wie immer!) Stullen, Stühle und Streuobst. Alles umsonst. Wir freuen uns auf euch!
Eine Veranstaltungsreihe des Literarischen Schreibens der Kunsthochschule für Medien und der Stadtbibliothek Köln / Literatur-in-Köln-Archiv (LiK).
Die Lunch Lectures werden gefördert von der Victor Rolff-Stiftung.
Zum Auftakt der Saison präsentiert der Dichter
Crauss aus Siegen den irakischen Lyriker Kadhem
Khanjar, der mit dem Kollektiv Kultur-Miliz Poesie-
perfomances an Kriegsschauplätzen zwischen
zerbombten Häusern und ausgebrannten Autos
veranstaltet.
"Die Uhr läuft weiter an der abgetrennten Hand."
Kadhem Khanjar: "Dieses Land gehört euch", 2016-2019.
Mittwoch, 21. Oktober 2026, 13:15 Uhr,
Interim der Zentralbibliothek
Hohe Straße 68-82, 50667 Köln
Eintritt frei
Crauss (*1971) lebt in Siegen. Er wurde Mitte der 1990er
Jahre durch neue, produktive Verfahren einer Videoclip-
Ästhetik in der Lyrik bekannt. Seine Prosa entsteht langsam, aber fortwährend und selten straight. Die dichterische Arbeit wird unterstützt durch Brotberufe in der Jugendförderung und Erwachsenenbildung. Neben Essays und »Gesprochenen Liedern« sind die letzten Veröffentlichungen SCHUNDFAKTOR (Hybride
& Destillate/Essays 2018), DRAGON OATHS (Selected
Poems English/German 2022), ALLES ÜBER RUTH – UND
SEITDEM (Gedichte 2024).
![]() Crauss (c) Adrian Alonso Crauss (c) Adrian Alonso |
Maryam Aras zeigt uns, warum sich John Dos Passos »USA-Triologie« auch noch über 90 Jahre nach ihrem Erscheinen sehr heutig und modern liest und wie seine montageartigen Schreibweisen, Gewaltgeschichte sichtbar und ein großes Figurenpanorama plastisch werden lassen.
"das da ist die Mayflower die Yacht des Präsidenten und
das da ist die Dolphin und da ist der alte Flusskreuzer
Tippecanoe und da ist der Zollkutter und gerade fahren wir am Polizeiboot vorbei"
John Dos Passos: "USA-Triologie", 1930-1936
Mittwoch, 4. November 2026, 13:15 Uhr,
Interim der Zentralbibliothek
Hohe Straße 68-82, 50667 Köln
Eintritt frei
Maryam Aras ist Literaturkritikerin und Autorin und studierte Islamwissenschaft, Amerikanistik und Politologie.
Sie kuratiert und moderiert Literaturveranstaltungen und arbeitet als Literaturvermittlerin persischsprachiger Lyrik und Prosa. Wissenschaftlich beschäftigt sie sich vor allem mit Postkolonialität und Rezeptionsmustern im
deutschsprachigen Feuilleton. Sie ist Jurymitglied verschiedener Literaturpreise. Ihr literarischer Langessay Dinosaurierkind ist 2025 im Claassen Verlag erschienen und wurde u.a. mit dem Kurt-Tucholsky-Preis ausgezeichnet.
![]() Maryam Aras (c) Robin Baltke Maryam Aras (c) Robin Baltke |
Alina Herbing bringt uns Erzählungen von
Lucia Berlin mit, die bis zu ihrer jüngsten Wieder-
entdeckung als Geheimtipp galt. Berlin schrieb
über Frauen wie sie selbst, Alleinerziehende,
Haushaltshilfen, Sekretärinnen, und begegnete
den Tragödien und Brüchen des Lebens immer
wieder auch mit Humor.
"Ihren Koks-Spiegel mache ich mit Windex sauber."
Lucia Berlin: "Handbuch für Putzfrauen", 1977
Mittwoch, 18. November 2026, 13:15 Uhr,
Interim der Zentralbibliothek
Hohe Straße 68-82, 50667 Köln
Eintritt frei
Alina Herbing, geboren 1984 in Lübeck, aufgewachsen
in Mecklenburg, lebt heute in Berlin. Sie studierte
Germanistik und Geschichte in Greifswald, Neuere
deutschsprachige Literatur in Berlin sowie Literarisches
Schreiben in Hildesheim. Für ihren Debüt-Roman Niemand ist bei den Kälbern erhielt sie unter anderem den Fried-
rich-Hölderlin-Förderpreis der Stadt Bad Homburg. Die gleichnamige Verfilmung kam 2022 in die deutschen
Kinos. 2024 erschien ihr zweiter Roman Tiere, vor denen
man Angst haben muss.
![]() Alina Herbing (c) Sascha Kokot Alina Herbing (c) Sascha Kokot |
Kathrin Röggla präsentiert Elfriede Jelinek, denn Jelineks Literatur ist Punk. In »Unter Tieren« traut sie sich, die Gewalt in den großen Abstraktionen der Ökonomie freizulegen als barocke Multi- Species-Erzählung, die sich gewaschen hat: »mein Mundwerk müsse man dreimal erschlagen, damit es einmal stirbt«.
"weil wir ja selbst auch kleine Vögel sind und nur mit Blicken werfen können."
Elfriede Jelinek: "Unter Tieren", 2026
Mittwoch, 2. Dezember 2026, 13:15 Uhr,
Interim der Zentralbibliothek
Hohe Straße 68-82, 50667 Köln
Eintritt frei
Kathrin Röggla, geboren 1971 in Salzburg, lebt als Schrift-
stellerin in Köln und unterrichtet Literarisches Schreiben
an der KHM in Köln. Zuletzt erschienen ihr Essayband
Nichts sagen. Nichts hören. Nichts sehen. (2025) und ihr
Roman Laufendes Verfahren (2023). Ihr letztes Theater-
stück Kein Plan (Kafkas Handy) wurde im Theater an
der Ruhr 2025 uraufgeführt. 2023 erhielt sie den Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln. Zusammen mit Leopold von Verschuer leitet sie eine »Änderungsschreiberei« in
der Weidengasse.
![]() Kathrin Röggla (c) Jessica Schäfer Kathrin Röggla (c) Jessica Schäfer |
Mit Sabine Küchler tauchen wir ein in das Werk der dänischen Lyrikerin Inger Christensen und erfahren, was das Alphabet mit der Fibonacci-Folge zu tun hat und wie aus Mathematik Poesie wird.
"Die Aprikosenbäume gibt es, die Aprikosen bäume gibt es"
Inger Christensen: "alfabet / alphabet", 1981
Mittwoch, 13. Januar 2027, 13:15 Uhr,
Interim der Zentralbibliothek
Hohe Straße 68-82, 50667 Köln
Eintritt frei
Sabine Küchler, geboren 1965 in Bremen, ist Autorin,
Hörspielredakteurin und -dramaturgin. Sie studierte
Germanistik und Theaterwissenschaft in Berlin und arbeitet seit 2014 in der Hörspielredaktion des
Deutschlandfunk in Köln, dem sie seit 1993 angehört. Sie schreibt zudem Gedichte, Prosa und Hörspiele – Unter
Wolken. Gedichte (2005), Was ich im Wald in Argentinien
sah (2010) usw. – und veröffentlicht gelegentlich in die horen, Die Neue Rundschau sowie Sprache im
technischen Zeitalter.
![]() Sabine Küchler Sabine Küchler (c) privat |
Mit Simoné Goldschmidt-Lechner (sgl) erfahren wir etwas über das emanzipatorische Potenzial einer Horror- und Vergeltungsgeschichte aus einer Native American-Perspektive und tauchen ein in das Worldbuilding von Stephen Graham Jones in »The Buffalo Hunter Hunter«.
"You put your reminders of pain on the wall and pray to them. We still hurt, so we don't need that reminder."
Stephen Graham Jones, "The Buffalo Hunter Hunter", 2025.
Mittwoch, 27. Januar 2027, 13:15 Uhr,
Interim der Zentralbibliothek
Hohe Straße 68-82, 50667 Köln
Eintritt frei
Simoné Goldschmidt-Lechner (sgl) schreibt, übersetzt und arbeitet als interdisziplinäre Künstler*in und Autor*in. Dabei interessiert sie sich für Stimmen, die nicht zu Wort kommen. Sie forscht u.a. zum emanzipatorischen Potenzial von Horror aus marginalisierten Perspektiven.
Für ihre Novelle Ich kann dich noch sehen (an diesen Tagen) erhielt sie 2024 den Hamburger Literaturpreis als Buch des Jahres. Zuletzt erschien 2025 Nerd Girl Magic über Fandom aus marginalisierter Perspektive. Im WS 26/27 ist sie Fellow an der Kunsthochschule für Medien Köln.
![]() Simoné Golschmidt-Lechner (c) Sarah Berger Simoné Goldschmidt-Lechner (c) Sarah Berger |
Vergangene Veranstaltungen
Zum Auftakt der Reihe stellt Simone Scharbert "Kleist, Moos, Fasane" von Ilse Aichinger sowie ihre Erzählung "Wo ich wohne" vor.
"Entweder kann man etwas sagen, oder man kann es nicht sagen."
Ilse Aichinger: "Kleist, Moos, Fasane", 1987
Mittwoch, 5. November 2025, 13.15 Uhr
Interim der Zentralbibliothek, Hohe Straße 68-82
50667 Köln, Eintritt frei
Simone Scharbert lebt und arbeitet als freie Autorin und Dozentin in Erftstadt; zuletzt: „Für Anna. Eine Belichtung“ (Voland & Quist, 2025), aktuell Fellow für Literatur an der TH Köln im Rahmen der Inklusiven Quartiersentwicklung.
Angela Steidele führt mit dem Roman "Das verborgene Wort" in ein Werk von Ulla Hahn ein, das eng mit dem Rheinland verbunden ist.
"Du bist richtig, sagte die Hand. Solange du schreibst, bist du nicht allein."
Ulla Hahn: "Das verborgene Wort", 2001
Mittwoch, 19. November 2025, 13.15 Uhr
Interim der Zentralbibliothek, Hohe Straße 68-82
50667 Köln, Eintritt frei
Angela Steidele denkt in Romanen, Biographien und Essays über Geschichte als Gegenwart nach, über Kunst als Wissenschaft und Liebe als Provokation. Ihr Roman Rosenstengel (2015) wurde mit dem Bayerischen Buchpreis ausgezeichnet. "Aufklärung. Ein Roman" (2022), war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. 2023 erhielt sie für ihr gesamtes bisheriges Schaffen den Klopstock-Preis für neue Literatur. Zuletzt erschien ihr Roman "Ins Dunkel" (2025).
Im Dezember entführt uns Lütfiye Güzel mit "Das Buch der Unruhe" von Fernando Pessoa nach Lissabon.
"Die Fiktion folgt mir wie ein Schatten. Und ich möchte nur noch schlafen."
Fernando Pessoa, "Das Buch der Unruhe", 1982
Mittwoch, 3. Dezember 2025, 13.15 Uhr
Interim der Zentralbibliothek, Hohe Straße 68-82,
50667 Köln, Eintritt frei
Lütfiye Güzel ist Dichterin und bringt seit 2014 Gedichte unter ihrem eigenen Label go-güzel-publishing heraus. 2017 wurde Lütfiye Güzel mit dem Literaturpreis Ruhr ausgezeichnet. Seit Oktober 2023 veröffentlicht sie unter dem Titel „süperdepresyon“ eine einsame Kolumne für Interkultur Ruhr. Das aktuelle Chapbook „wem gehören die tauben?“ ist 2025 erschienen.
Zum Jahresauftakt entdeckt Rebekka Endler den Roman "Hochzeit in Konstantinopel" von Irmtraud Morgner für uns wieder.
"Als wir zum vierten Mal in Ostkreuz anlangten, sagte Ehrenfried: 'Mokka double.' Und ich sagte: 'Fahr zur Hölle."
Irmtraud Morgner, "Hochzeit in Konstantinopel", 1968
Mittwoch, 7. Januar 2026, 13.15 Uhr,
Interim der Zentralbibliothek, Hohe Straße 68-82
50667 Köln, Eintritt frei
Rebekka Endler (*1984) ist freie Journalistin, Podcasterin und Buchautorin aus Köln. Zu den Schwerpunkten ihrer Arbeit gehört es, aufzuzeigen, wie Systeme der Unterdrückung das Leben von Menschen in Bezug auf Geschlecht, Klasse, Hautfarbe und Sexualität beeinflussen. Zusammen mit Annika Brokschmidt hostet sie den Podcast „Feminist Shelf Control”, der Literatur seziert, aber auch aktuelle Themen rund um Feminismus und Rechtskonservatismus behandelt. Ihr erstes Buch „Das Patriarchat der Dinge“ über patriarchales Alltagsdesign ist 2021 (Dumont) in Deutschland erschienen und wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Endlers zweites Buch „Witches, Bitches, It-Girls“ über misogyne Märchen und patriarchales Storytelling erschien im Frühjahr 2025 (Rowohlt) und wird ebenfalls zurzeit in mehrere Sprachen übersetzt. Zurzeit arbeitet sie an ihrem ersten Roman.
Mit Denis Johnson und seinem Roman "Engel" entführt Nadja Küchenmeister in die US-amerikanische Literatur.
"Ich werde in den Weltraum geschickt."
Denis Johnson, "Engel", 1983
Mittwoch, 21. Januar 2026, 13.15 Uhr
Interim der Zentralbibliothek, Hohe Straße 68-82
50667 Köln, Eintritt frei
Nadja Küchenmeister, *1981 in Berlin, lebt dort als freiberufliche Autorin. Schreibt Features und Hörspiele für den Rundfunk. Lehrte Literarisches Schreiben, u.a. am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig sowie an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Im Verlag Schöffling & Co. erschienen ihre Gedichtbände Alle Lichter, Unter dem Wacholder, Im Glasberg und Der Große Wagen. Vielfach ausgezeichnet, u.a. mit Mondseer Lyrikpreis, dem Basler Lyrikpreis und dem Bettina-Brentano-Preis. Ihr Gedichtband Der Große Wagen stand im Mai 2025 auf Platz 1 der SWR-Bestenliste.
Aglaja Veteranyi reiste als Kind mit ihrer rumänischen Zirkusfamilie um die Welt, ließ sich in der Schweiz nieder, wurde dort Schauspielerin und später Schriftstellerin. Christoph Danne erinnert an sie und an ihr Werk "Warum das Kind in der Polenta kocht".
"Vor meiner Geburt war ich schon acht Monate lang Seiltänzerin auf dem Kopf."
Aglaja Veteranyi, "Warum das Kind in der Polenta kocht", 1999
Mittwoch, 4. Februar 2026 , 13.15 Uhr
Interim der Zentralbibliothek, Hohe Straße 68-82
50667 Köln, Eintritt frei
Christoph Danne (*1976 in Bonn), Studium Deutsche Sprache und Literatur in Salamanca, Berlin und Köln. Preisträger postpoetry.NRW 2014, 2019 Arbeitsstipendium des Landes NRW für Literatur, 2024/25 Stipendium der Kunststiftung NRW. Er kuratiert das Lyrikfestival Satelliten und das Poesiefest Anderland. Diverse Herausgaben als Mitgründer des tauland-verlags. Dannes Texte wurden ins Arabische, Türkische, Spanische und Katalanische übersetzt. Mit der Band OPOLE entstand 2025 das Musikalbum Was unterwegs verschwand. Unter der musikalischen Regie von Rike Casper wurde ein Audiobuch zu Solo für Phyllis aufgenommen. Bislang erschienen zehn Gedichtbände, zuletzt Gute Neuigkeiten (edition virgines, 2023) und Firnis & Revolte (Corvinus Presse, 2024).
Zur Eröffnung unserer Frühlingsausgabe der Lunch Lectures stellt Thorsten Krämer die "Textbücher 1-6" von Helmut Heißenbüttel vor und lädt zu einfachen grammatischen Mediationen ein.
"Unterwegs zwischen zwei Situationen sehe ich ein Fenster das durch die Nacht leuchtet."
Helmut Heißenbüttel: Textbücher 1-6, 1960 – 67, Stuttgart: Klett-Cotta.
Mittwoch, 15. April 2026, 13.15 Uhr
Interim der Zentralbibliothek, Hohe Straße 68-82
50667 Köln, Eintritt frei
Thorsten Krämer, *1971 in Wuppertal, wo er seit 2017 auch wieder lebt. Seit 1998 zahlreiche Einzelveröffentlichungen sowie Arbeiten für diverse Medien. Zuletzt erschienen Abranzen (Gedichte, 2025) und Die Chancen (Roman, 2026), beide bei yeh.de
Zusammen mit Karin Krauthausen und dem Protagonisten Jäcki machen wir uns Ende April in Hubert Fichtes „Explosion“ auf die Suche nach dem Urwald.
"Das Bewusstsein ist also ein Baum."
Hubert Fichte: "Explosion", 1993 , S. Fischer Verlag
Mittwoch, 29. April 2026, 13.15 Uhr
Interim der Zentralbibliothek, Hohe Straße 68-82
50667 Köln, Eintritt frei
Karin Krauthausen ist Kulturwissenschaftlerin und forscht an der Humboldt-Universität zu Berlin zur Kultur-, Medien- und Wissenschaftsgeschichte von Material (von Rohstoffen über materials-by-design bis hin zu Sprache, Bild und Zahl). Mit Kolleg*innen aus den Natur- und Geisteswissenschaften hat sie Sammelbände u.a. zu "Make it real. Für einen strukturalen Realismus" (Diaphanes 2020), "Active Materials" (De Gruyter 2021), "Modell Hütte "(Diaphanes 2021) und "Model and Mathematics" (Birkhäuser, 2022) veröffentlicht. Zuletzt erschien der Sammelband "Landwirtschaft und Literatur" (hg. zus. mit S. Kammer, Diaphanes 2025). Im Sommersemester 2026 ist sie Fellow an der Kunsthochschule für Medien Köln.
Bevor Birgit Kempker am 27. Mai selbst die Bühne betreten wird, führt uns Mara Genschel in deren abgründiges Handbuch, den „Geist der Peinlichkeit“ ein.
"Die Peinlichkeit, als Buch in deinem Bett zu liegen, lediglich."
Birgit Kempker, "Geist der Peinlichkeit", 2022, Schupfart, Kanton Aargau: Engeler Verlag
Mittwoch, 13. Mai 2026, 13.15 Uhr
Interim der Zentralbibliothek, Hohe Straße 68-82
50667 Köln, Eintritt frei
Mara Genschel unterrichtet an der Kunsthochschule für Medien und arbeitet in unzähligen Publikationen und interdisziplinären Projekten an der performativen Dimension von Literatur. Sie studierte Musik in Detmold und Köln und Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Zuletzt erschienen von ihr „Midlife-Prosa“ (Engeler Verlag, 2024), „Das narzisstische Skript“ (edition text + kritik, 2025) sowie eine regelmäßige Glosse in SWR Kultur.
Anlässlich der Kempker-Festspiele zu ihrem 70. Geburtstag ist Birgit Kempker in Köln und auch bei uns in der Lunch Lecture zu Gast. Sie stellt „Heilig Blut“ von Gisela Elsner vor – ein Titel der zu Lebzeiten der Autorin nur in russischer Übersetzung erschien. Die deutsche Erstausgabe folgte posthum, zu Elsners 70. Geburtstag. Das passt doch wunderbar!
"Undorf ist mir leider kein Begriff, sagte der Mann."
Gisela Elsner, "Heilig Blut", 1987, Berlin: Verbrecher Verlag
Mittwoch, 27. Mai 2026, 13.15 Uhr
Interim der Zentralbibliothek, Hohe Straße 68-82
50667 Köln, Eintritt frei
Birgit Kempker forscht in: Wort, Bild, Sound, Raum, Idee, Konzept, Portal und Bewusstsein. Song, Hörspiel, Radio, Performance, Fantasy, Installation und Colaboration. Zuletzt: "holidays from suicide. Eine phantastische Reise mit Iggy Pop" SRF 2020. Gegenüber Hühner/ sweet delight/ Engeler Verlag 2024/2025. Meet thy spirits (free download)
Mit Karosh Taha reisen wir sehr weit in die Vergangenheit zur sumerischen Dichterin Enheduanna, die als die erste Autorin der Menschheitsgeschichte gilt, deren Werke schriftlich überliefert wurden.
"Über die stadt die sich nicht ergab
Über die stadt die leugnete"
Enheduanna, Nin me šara, Die Erhöung der Inanna, Üs. von R. Schrott in: "Die Erfindung der Poesie", Franfurt/M., Eichborn.
Mittwoch, 10. Juni 2026, 13.15 Uhr
Interim der Zentralbibliothek, Hohe Straße 68-82
50667 Köln, Eintritt frei
Karosh Taha, geboren und aufgewachsen in Zaxo (Kurdistan) debütierte 2018 mit dem Roman Beschreibung
einer Krabbenwanderung bei DuMont. Die Hörspielfassung ihres Romans wurde 2021 bei WDR3 und COSMO
ausgestrahlt. 2020 ist ihr zweiter Roman Im Bauch der Königin erschienen. Für ihre Arbeit erhielt sie mehrere
Preise und Stipendien, darunter die Alfred-Döblin Medaille, Werkstipendien des Deutschen Literaturfonds,
den Rolf Dieter Brinkmann Preis der Stadt Köln, sie erhielt Residenzstipendien u.a. in Los Angeles, in Prag,
Paris und Marseille. Sie lebt und schreibt in Köln.
Bevor es in die Sommerpause geht, erinnert Christoph Wenzel an die Lyrikerin Ilse Kibgis. Die gebürtige Gelsenkirchnerin fand prägende Bilder für das Leben und Arbeiten im Ruhrgebiet und schrieb Gedichte über Menschen, die sie dort auf der Straße traf, wie zum Beispiel die Pommesfrau.
"Die Wahrzeichen meiner Stadt sind eingemottete Bergwerke."
Ilse Kibgis, 1984, "Meine Stadt ist kein Knüller in Reisekatalogen", Oberhausen: Assoverlag
Mittwoch, 24. Juni 2026, 13.15 Uhr
Interim der Zentralbibliothek, Hohe Straße 68-82
50667 Köln, Eintritt frei
Christoph Wenzel schreibt Lyrik und Essays und lebt in Aachen. Zuletzt erschien "landläufiges lexikon" (Edition
Korrespondenzen, 2022). Für seine Gedichte wurde er vielfach ausgezeichnet und erhielt u. a. den Alfred-Gruber-Preis beim Lyrikpreis Meran, den Literaturpreis der GWK, das Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium sowie den Dresdner Lyrikpreis. Danach: für das Literaturbüro NRW kuratiert er die fortlaufende Instagram- Lyrikanthologie @fluss_laut und aktuell widmet er sich vermehrt der Inszenierung von Literatur im öffentlichen Raum.


































