Glasmoog zeigt "Signature Moves"
Einzelausstellung des in Düsseldorf lebenden Künstlers Matthias Lahme.
Matthias Lahmes künstlerisches Werk umfasst verschiedene Werkgruppen, u.a. Schriftbilder, Cut-outs, Bodenarbeiten, Papierobjekte, Keramikarbeiten und Nanoskulpturen. Die Einzelausstellung „Signature Moves“ in Glasmoog, Raum für zeitgenössische Kunst an der KHM, richtet den Fokus auf die Schriftbilder, die seit 2005 in verschiedenen Formaten in Tusche auf Papier entstehen. „happy dogs“, „moved by a higher love“, „seventeen“ oder „oh my god“ – Matthias Lahme isoliert gefundene Worte, Satzfragmente, alltägliche Artikulationen oder Floskeln aus ihren Zusammenhängen, übersetzt diese in einem inversen Schreib-/Malprozess auf Papier und assoziiert sie im Raum zu neuen Wortketten. Diese treten in einer expressiven Schreibschrift aus einer schwarzen Fläche im Weiß des Papiers hervor, und werden nur sichtbar, weil sich die schwarze Fläche auf das Papier und um die Buchstaben herum legt. Die der Handschrift eigene Schnelligkeit wird durch diesen umgekehrten Mal-/Schreibprozess ausgehebelt. Entsprechend spielt der Ausstellungstitel „Signature Moves“ auf die Handschrift des Künstlers an, die als „Signature Move“ fungiert – sehr persönliche Gesten, Bewegungen, Fähigkeiten, die durch ihre Einzigartigkeit das typische „Markenzeichen“ einer Person oder fiktiven Figur bilden.
So wurde der frühere Ausstellungstitel „Prior Art“ von „Signature Moves“ (Erkennungszeichen) abgelöst, um stärker die in den Schriftbildern so charakteristische Handschrift des Künstlers, ihre Eigenheiten und Unverkennbarkeit ins Zentrum zu rücken. („Prior Art“ stand eher für ein durchaus ironisches Spiel mit den Erwartungen an das immer Neue in der zeitgenössischen Kunst. Der Begriff entstammt dem Patentrecht.)
Sichtbar, wenngleich erst auf den zweiten Blick nachvollziehbar, bleibt in Matthias Lahmes unterschiedlichen Werken, die oftmals in einem Spannungsgefüge zwischen Abstraktion und Figuration pendeln, immer der Entstehungsprozess: „Neben der direkten Ansprache des Was? an den Betrachter bleibt das Wie? – also die Faszination des Künstlers für das Material und den Entstehungsprozess – immer spürbar.“ (Stefanie Kreuzer im Katalogtext zur Ausstellung „Neues Rheinland. Die postironische Generation“, Museum Morsbroich, 2010). Besonders deutlich zu sehen ist dies in anderen Werkgruppen des Künstlers, z.B. den Aquarellen mit immer filigraner werdenden Cut-outs, die Gitterstrukturen entstehen lassen, welche die Wand hinter dem Bild als Weißgrund in das Bild zurückholen.
Am 2. Februar lädt Glasmoog zudem ein zu einem Abend mit Matthias Lahme unter dem Titel „The Minstrel in the Gallery“ (Der Minnesänger in der Galerie). Im informellen Gespräch mit verschiedenen Gästen bietet sich hier die Gelegenheit zum Assoziieren, Reden und Musikhören – Matthias Lahme wird einige Referenzen seiner Schriftbilder aufdecken.
Werke von Matthias Lahme (geb. 1974 in Marsberg, lebt in Düsseldorf) waren zuletzt u.a. in den Ausstellungen „The Sound of Downloading Makes Me Want to Upload“, Sammlung Schürmann, Sprengelmuseum Hannover, „Rundblick 2011 – Schöne Wahrnehmung. Positionen junger Kunst“, Temporary Gallery Cologne, Köln, „Neues Rheinland. Die postironische Generation“, Museum Morsbroich Leverkusen, „Larger Than Life - Stranger Than Fiction“, 11. Triennale Kleinplastik, Fellbach, zu sehen oder als Mitglied der KünstlerInnengruppe hobbypopMUSEUM (Düsseldorf/London) bei Eastside Projects in Birmingham.