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Prof. Kathrin Röggla in die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste aufgenommen

Prof. Kathrin Röggla, © Fotografie: NRW AWK | Engel-Albustin 2026

Die Nordrhein-Westfälische Akademie  der Wissenschaften und der Künste nimmt im Jahr 2026 elf weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Künstlerinnen und Künstler in ihre vier Klassen auf. Darunter die KHM-Professorin und Autorin Kathrin Röggla. Sie alle haben sich, wie es die Satzung der Akademie verlangt, „durch wissenschaftliche oder künstlerische Leistungen ausgezeichnet“.
Die neuen Mitglieder, zehn ordentliche und ein korrespondierendes, werden am Mittwoch, 20. Mai 2026, im Rahmen der Jahresfeier der Akademie und im Beisein der Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Ina Brandes, feierlich in der Traditionseinrichtung begrüßt.

Mittwoch, 20. Mai 2026

Pressemeldung der NRW AWK


Prof. Kathrin Röggla, Klasse der Künste

Ungewöhnliche Blickwinkel

Mindestens zehn Menschen hat der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) kaltblütig ermordet. Am 6. Mai 2013 begann der Prozess gegen die Neonazi-Gruppe. Fünf Jahre lang wurde vor dem Oberlandesgericht München verhandelt. Mit dabei waren neben den Prozessbeteiligten zahlreiche Interessierte, die der Verhandlung aus unterschiedlichsten Motiven beiwohnen wollten. Unter diesen interessierten Bürgerinnen und Bürgern nahm an vielen der mehr als 400 Verhandlungstage auch die Autorin Kathrin Röggla Platz. Sie beobachtete den Prozess aus der Perspektive der Zuschauerinnen und Zuschauer, die später als „Bloggerklaus“, „Gerichtsopa“ oder „Omagegenrechts“ zu den Protagonisten ihres 2023 veröffentlichen Werks „Laufendes Verfahren“ wurden.


Der Roman, der den Prozess aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel in der Wir-Erzählform beschreibt, ist charakteristisch für Kathrin Röggla, die den Finger gerne in die Wunden unserer Gesellschaft legt.


Die aus Salzburg stammende Schriftstellerin, die von 2015 bis 2024 Vizepräsidentin der Akademie der Künste Berlin war, gilt als eine der vielseitigsten deutschsprachigen Autorinnen. Ihre Werke werden von großen Verlagen veröffentlicht, sie schreibt fürs Radio und Theater, unter anderem für das Düsseldorfer Schauspielhaus, kuratiert künstlerische Formate wie das Projekt „Wo kommen wir hin“ der Akademie der Künste Berlin und beteiligt sich mit eigenen akustischen und audio-visuellen Installationen an Ausstellungen.


Kathrin Röggla hat in Salzburg und Berlin Germanistik und Publizistik studiert. Der literarische Durchbruch gelang ihr spätestens 2004 mit ihrem Roman „wir schlafen nicht“, einer kritischen Betrachtung der sogenannten „New Economy“ mit ihrer unaufhörlichen Beschleunigung, dem Leistungsdruck und den prekären Arbeitsverhältnissen.


Im April 2026 wurde sie (für die Zeit ab dem 1. April 2027 für fünf Jahre) zur Rektorin der KHM gewählt, an der sie seit 2020 als Professorin für „Literarisches Schreiben“ lehrt. Außerdem betreibt sie mit ihrem Mann, dem Schauspieler, Übersetzer und Regisseur Leopold von Verschuer, in Köln einen Ausstellungsraum.


Auszeichnungen/Mitgliedschaften

2012 Arthur-Schnitzler-Preis

2020 Wortmeldungen-Literaturpreis

2023 Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln

Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und Künste wurde im Jahr 1970 als „Rheinisch-Westfälische Akademie der Wissenschaften“ gegründet. Zusätzlich zu den Wissenschaften integriert sie als einzige deutsche Wissenschaftsakademie seit 2008 auch die Künste als eigenständige Klasse unter ihrem Dach. Die Mitglieder pflegen den Dialog untereinander ebenso wie mit handelnden Personen aus Politik, Wirtschaft und Kultur sowie mit Forschungs- und Kultureinrichtungen im In- und Ausland. Im Mittelpunkt dieses Austausches stehen komplexe natur- und geisteswissenschaftliche, soziale, ökonomische und ethische Fragen, die unsere Gesellschaft betreffen. Derzeit hat die Akademie 406 Mitglieder, 285 ordentliche (mit Dienstort in NRW) und 121 korrespondierende.

Editor — Juliane Kuhn

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