
Der Dokumentarfilm von KHM-Student Almourad Aldeeb "If Only the Year had 364 Days" feiert seine deutsche Premiere beim Filmfest München 2026.
Am Freitag eröffnet das 43. Filmfest München und zeigt Außerdem ist der Debütfilm von Christoph Otto in der Reihe "Neues Deutsches Kino", so wie weitere vier Filme von Absolvent*innen der KHM sind im Programm des Festivals vertreten. und präsentiert 130 abendfüllende Spiel- und Dokumentarfilme aus 56 Ländern in seinen internationalen Wettbewerben CineCoPro, CineMasters, CineVision, CineRebels und CineKindl sowie in den deutschen Reihen Neues Deutsches Kino und Neues Deutsches Fernsehen. Alle Filme werden erstmalig in Deutschland gezeigt. 45 Produktionen feiern in München ihre Weltpremiere.
Im Wettbewerb „CineRebels“ feiert der erste Langfilm des KHM-Studenten Almourad Aldeeb „If Only the Year had 364 Days“ (Originaltitel „استحبس (Estahbes)“ seine deutsche Premiere. Der Dokumentarfilm wurde im April beim Festival Vision du Réel in Nyon uraufgeführt.
Im Wettbewerb CineRebels sind 12 Produktionen, die radikal oder experimentell, überraschend und gegen den Strich gebürstet, für den mit 15.000 Euro dotierten CineRebels Award nominiert.
Das Festival schreibt in seiner Programmankündigung: "Das arabische Wort استحبس (Estahbes) bedeutet „sich an die Umstände einer Inhaftierung zu gewöhnen“. Diese komplexe Bedeutung greift Almourad Aldeeb in seinem essayistischen Dokumentarfilm auf. In diesem erlebt der Regisseur seine monatelange Gefangenschaft durch das syrische Assad-Regime im Jahre 2013 noch einmal. Seine ruhige, poetische Erzählerstimme, sowie die statischen, lange verweilenden Bilder vom Schauplatz seiner grauenhaften Erlebnisse werden unterbrochen durch eine nervenzerreibende, tief gehende Geräuschkulisse. Ein Film, der Gerechtigkeit zu bringen versucht für alle Freunde, die Aldeeb verlor und die vielen weiteren Gefangenen, die im Gefängnis starben."
Almourad Aldeeb wird 2013 während des Bürgerkriegs in Syrien mit seinen Freunden inhaftiert. Mehrere Monate verbrachte er in einem Foltergefängnis, bevor ihm die Flucht nach Deutschland gelang. Nach dem Sturz des Regimes kehrt er zum Ort des Schreckens zurück, um sich seinen Erinnerungen zu stellen und seiner Freunde zu gedenken, die dort zu Tode gefoltert wurden. Ein Essay, gedreht auf 16mm, zwischen persönlicher Aufarbeitung und Zeugenschaft.
Der in Homs, Syrien, geborene und aufgewachsene KHM-Student reiste nach dem Zusammenbruch des Assad-Regimes im Dezember 2024 nach Damaskus, um dem Schicksal seiner Freunde nachzugehen, mit denen er 2013 inhaftiert wurde. Der Film erinnert an sieben junge Menschen, die in der Zeit nach dem Arabischen Frühling in Haft und unter Folter starben.
Kommilitone Kamera, Performance Kur
استحبس (Estahbes) If Only the Year Had 364 Days
D/Syrien, Dokumentarfilm, 2026, 81 Min. Farbe, 5.1, gedreht auf 16 mm, Arabisch mit engl. UT
Im Jahr 2013 wurde in Damaskus eine Gruppe von Freunden festgenommen und in der Abteilung 215 inhaftiert. „Estahbes“ ist eine persönliche Reise zwischen Syrien und dem Exil, ein Versuch, Erinnerungen wachzurufen und sich einer Vergangenheit in Haft sowie einer Gegenwart des Zeugnisgebens zu stellen. In Gedenken an sieben Freunde, die unter Folter starben.
Das Team: Regie und Buch: Almourad Aldeeb; Bildgestaltung: Ayham Khalifeh; Erzähler: Almourad Aldeeb; Performative Intervention: Mustafa Kur; Kamera- und Lichtassistenz: Rawad Hamdan; Ton: Khaled Kurbeh; Montage: Almourad Aldeeb; Color Grading: Ewald Hentze; Sounddesign: Khaled Kurbeh; Tonmischung: Ralf Schipke; Betreuung: Prof. Alejandro Bachmann, Prof. Ulrike Franke, Prof. Philip Scheffner; Plakatgestaltung: Ayham Skaf; Produzenten: Almourad Aldeeb, Ayham Khalifeh; Produktion: Almourad Aldeeb, Kunsthochschule für Medien Köln; Weltvertrieb: WindCinema
Filme von KHM-Absolvent*innen:
DIE BALLADE VON MITTWOCH AUF DONNERSTAG
Ensemble-Komödie, 2026, 79 Min.
Regie: Christoph Otto; Drehbuch Jan Bonny, Jan Eichberg; Bildgestaltung Montell Taraschewski; Montage: Christoph Otto; Produktion: Monte Kalk Film in Koproduktion mit bildundtonfabrik & ania maria wanda; Förderung: Film- und Medienstiftung NRW
Wo sonst darf der Mensch seinen Frust ablassen, sich verrennen und blamieren? Die Kneipe ist
der Dritte Ort, Bühne, Beichtstuhl, Fegefeuer.
Premiere: 2.07., 14:30 Uhr, CITY 1
SCHÖNE SEELEN
Spielfilm, 2026, 117 Min.
Regie: Tom Schreiber; Drehbuch: Julia Janzen, Tom Schreiber; Bildgestaltung: Jakob Berger; Montage: Christian Becker; Produktion (Firma): Sutor Kolonko, Ingmar Trost; Verleih: Camino Filmverleih; TV-Sender: ZDF, ARTE
Sommer 1996: Der ewig jugendliche Tagelöhner Freddy ergreift die Gelegenheit, sein unbequemes Leben in Deutschland hinter sich zu lassen und landet in einem spanischen Urlaubsort. Zunächst wähnt er sich im Paradies. Doch die erste Saison ist noch nicht vorüber, da wird Freddy zum Mittelpunkt des grotesken Zerfalls der Aussteigergemeinschaft.
Premiere: 28.06., 17:45 Uhr, HFF
Film - Wettbewerb CineMasters
VON SCHAM UND GELD
Spielfilm, 2026, 129 Min.
Regie: Visar Morina; Drehbuch: Visar Morina, Doruntina Basha; Bildgestaltung: Janis Mazuch; Produktion: Visar Morina, Pia Hellenthal u. a.
Eigentlich war die Familie glücklich mit ihrem Leben in einer ländlichen Gegend im Kosovo. Doch als ein Familienmitglied heimlich alle Kühe verkauft und sich mit dem Geld ins Ausland absetzt bleibt dem Rest nichts anderes übrig als in die Großstadt zu ziehen und von vorne anzufangen. Aber das ist leichter gesagt als getan in einer Gesellschaft in der Menschen keinen Wert haben.
So, 28. Juni – 18:00 (129 min)
SPAZIERGANG NACH SYRAKUS · Regie: Lars Jessen
Produktion: Claudia Steffen, Christoph Friedel, Fee Buck, Maren Knieling, Lars Jessen · Pandora Film Produktion, Florida Film
Wettbewerb CineCoPro
TRANSIT TIMES · Regie: Ana-Felicia Scutelnicu
Produktion: Jakob D. Weydemann, Jonas Weydemann, Milena Klemke, Yvonne McWellie · Weydemann Bros.
SPOTLIGHT
SPAZIERGANG NACH SYRAKUS · Regie: Lars Jessen
Produktion: Claudia Steffen, Christoph Friedel, Fee Buck, Maren Knieling, Lars Jessen · Pandora Film Produktion, Florida Film