Date

Logo
Logo Text

Großer Erfolg für Studierende und Absolvent*innen der KHM beim FILMFEST MÜNCHEN 2026

Almourad Aldeeb erhält den Audience Award International 2026 vom Festivalpublikum. Foto: Kurt Krieger, FILMFEST MÜNCHEN

Der erste lange Dokumentarfilm „If Only the Year Had 364 Days” des KHM-Studenten Almourad Aldeeb 

wurde vom Publikum als bester internationaler Film mit dem „Audience Award 2026” ausgezeichnet.
Drei Absolventen der Kunsthochschule für Medien Köln erhielten bedeutende Jurypreise.

Die Preisverleihung fand am 4. Juli 2026 in München statt.
43. Filmfest München (26.06.–05.07.2026)
Festivalzentrum: Amerikahaus im Kunstareal

Großer Erfolg für die Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) beim 43. FILMFEST MÜNCHEN (26. Juni bis 5. Juli 2026): Gleich vier Filme von Studierenden und Absolvent*innen der KHM wurden bei der feierlichen Preisverleihung am vergangenen Samstag ausgezeichnet. Der internationale Audience Award 2026 ging an den KHM-Studenten Almourad Aldeeb für seinen ersten langen Dokumentarfilm „If Only the Year Had 364 Days“. Darüber hinaus erhielten drei KHM-Absolventen bedeutende Jurypreise: Visar Morina wurde mit dem CineMasters Award 2026 ausgezeichnet, Christoph Otto erhielt den Förderpreis Neues Deutsches Kino für die beste Produktion 2026 und Tom Schreiber den FIPRESCI-Preis 2026 des internationalen Verbands der Filmkritik.


Audience Award (international) für Almourad Aldeeb

Der internationale Publikumspreis des FILMFEST MÜNCHEN 2026 ging an den Dokumentarfilm „If Only the Year Had 364 Days“ (arabischer Originaltitel: استحبس Estahbes) von KHM-Student Almourad Aldeeb. Für seinen ersten langen Dokumentarfilm reiste der aus Homs stammende KHM-Student im Dezember 2024, unmittelbar nach dem Zusammenbruch des Assad-Regimes, nach Damaskus. Gemeinsam mit seinen KHM-Kommilitonen Ayham Khalifeh (Bildgestaltung) und Mustafa Kur (Performative Intervention) entstand ein persönlicher, essayistischer Film über Erinnerung, Haft und den Versuch, den Opfern politischer Gewalt eine Stimme zu geben. Der Dokumentarfilm feierte im April beim Festival „Vision du Réel“ in Nyon seine Weltpremiere.


Förderpreis Neues Deutsches Kino für Christoph Otto

Der mit 20.000 Euro dotierte „Förderpreis Neues Deutsches Kino“ für die beste Produktion ging an den Debütfilm des KHM-Absolventen Christoph Otto „Die Ballade von Mittwoch auf Donnerstag“ (2026, 79 Min., mehr). Die Jury begründete ihre Entscheidung wie folgt: „Wir zeichnen eine Produktion aus für den Mut, das Unscheinbare zum Mittelpunkt zu erklären, einem Prozess zu vertrauen, dessen Ausgang offen ist. Dabei ist ein Film entstanden, der unseren Blick aufs Alltägliche lenkt – mit all seiner Absurdität, Tragik und Schönheit. Unvoreingenommen und ohne seine Figuren vorzuführen, zeigt er uns unsere Einsamkeit, unsere Suche nach Anschluss. Er schafft es anhand einer Eckkneipe die Befindlichkeit eines Landes zu zeigen. Dieser Film ist eine Hommage an Köln, eine Hommage an die Menschen der Stadt, eine Hommage an uns alle – es ist eine Ballade!.“ 

Bei seinem ersten abendfüllenden Spielfilm arbeitete Christoph Otto mit dem KHM-Absolventen Jan Bonny (Co-Autor) sowie den KHM-Absolventen Philipp Käßbohrer und Matthias Murmann (btf GmbH, Koproduktion) zusammen.


CineMasters Award für Visar Morina

Der mit 10.000 Euro dotierte CineMasters Award 2026 für den besten internationalen Film ging an „Von Scham und Geld“ von KHM-Absolvent Visar Morina (2026, 129 Min., mehr). In seinem dritten Spielfilm erzählt Morina von einer Familie im Kosovo, die nach dem Verlust ihrer wirtschaftlichen Existenz in der Großstadt mit den Folgen einer zunehmend kapitalisierten Gesellschaft konfrontiert wird. Der Film feierte bereits im Januar beim Sundance Film Festival Weltpremiere und gewann dort den Großen Preis der Jury im Wettbewerb der internationalen Spielfilme. Die Bildgestaltung übernahm KHM-Absolvent Janis Mazuch, zu den Produzent*innen zählt KHM-Absolventin Pia Hellenthal.


FIPRESCI-Preis für Tom Schreiber

Der FIPRESCI-Preis des internationalen Verbands der Filmkritik ging an „Schöne Seelen“ des KHM-Absolventen Tom Schreiber (2026, 117 Min. mehr). Die Tragikomödie mit August Diehl und Josef Hader in den Hauptrollen spielt im Sommer 1996 an der spanischen Costa Brava und erzählt vom Zerfall einer vermeintlichen Aussteigerutopie. Auch an diesem Film wirkten weitere KHM-Absolventen in zentralen künstlerischen Funktionen mit: Jakob Berger zeichnete für die Bildgestaltung verantwortlich und Christian Becker für die Montage. Der FIPRESCI Preis wird jährlich an den besten Film in der Reihe „Neues Deutsches Kino“ vergeben.

If Only the Year Had 364 Days
Arabischer Originaltitel: استحبس Estahbes
D/Syrien, Dokumentarfilm, 2026, 81 Min. Farbe, 5.1, gedreht auf 16 mm
mehr
Im Jahr 2013 wurde in Damaskus eine Gruppe von Freunden festgenommen und in der Abteilung 215 inhaftiert. „Estahbes“ ist eine persönliche Reise zwischen Syrien und dem Exil, ein Versuch, Erinnerungen wachzurufen und sich einer Vergangenheit in Haft sowie einer Gegenwart des Zeugnisgebens zu stellen. In Gedenken an sieben Freunde, die unter Folter starben.

Das Team: Regie und Buch: Almourad Aldeeb; Bildgestaltung: Ayham Khalifeh; Erzähler: Almourad Aldeeb; Performative Intervention: Mustafa Kur; Kamera- und Lichtassistenz: Rawad Hamdan; Ton: Khaled Kurbeh; Montage: Almourad Aldeeb; Color Grading: Ewald Hentze; Sounddesign: Khaled Kurbeh; Tonmischung: Ralf Schipke; Betreuung: Prof. Alejandro Bachmann, Prof. Ulrike Franke, Prof. Philip Scheffner; Plakatgestaltung: Ayham Skaf; Produzenten: Almourad Aldeeb, Ayham Khalifeh; Produktion: Almourad Aldeeb, KHM; Weltvertrieb: WindCinema


Filme von KHM-Absolvent*innen:


DIE BALLADE VON MITTWOCH AUF DONNERSTAG

Ensemble-Komödie von Christoph Otto, 2026, 79 Min.
Regie: Christoph Otto; Drehbuch Jan Bonny, Jan Eichberg; Bildgestaltung Montell Taraschewski; Montage: Christoph Otto; Produktion: Monte Kalk Film in Koproduktion mit bildundtonfabrik & ania maria wanda; Förderung: Film- und Medienstiftung NRW

Wo sonst darf der Mensch seinen Frust ablassen, sich verrennen und blamieren? Die Kneipe ist der Dritte Ort, Bühne, Beichtstuhl, Fegefeuer.

SCHÖNE SEELEN
Spielfilm von Tom Schreiber, 2026, 117 Min.

Regie: Tom Schreiber; Drehbuch: Julia Janzen, Tom Schreiber; Bildgestaltung: Jakob Berger; Montage: Christian Becker; Produktion: Sutor Kolonko, Ingmar Trost; Förderung: Hessen Film und Medien, BKM, Film- und Medienstiftung NRW, DFFF; Verleih: Camino

Sommer 1996: Der ewig jugendliche Tagelöhner Freddy ergreift die Gelegenheit, sein unbequemes Leben in Deutschland hinter sich zu lassen und landet in einem spanischen Urlaubsort. Zunächst wähnt er sich im Paradies. Doch die erste Saison ist noch nicht vorüber, da wird Freddy zum Mittelpunkt des grotesken Zerfalls der Aussteigergemeinschaft.


VON SCHAM UND GELD 
Spielfilm von Visar Morina, 2026, 129 Min.

Regie: Visar Morina; Drehbuch: Visar Morina, Doruntina Basha; Bildgestaltung: Janis Mazuch; Produktion: Visar Morina, Pia Hellenthal u. a.; Produktion: Vicky Bane, Schuldenberg Films; Koproduktion: Eagle Eye Films Kosova, Vertigo Ljubljana, On Film Production, List Production, Quetzalcoatl, WDR; Redaktion: Andrea Hanke; Förderung: BKM, DFFF, Film- und Medienstiftung NRW u. a.; Verleih: Eksystent Filmverleih

Eigentlich war die Familie glücklich mit ihrem Leben in einer ländlichen Gegend im Kosovo. Doch als ein Familienmitglied heimlich alle Kühe verkauft und sich mit dem Geld ins Ausland absetzt, bleibt dem Rest der Familie nichts anderes übrig als in die Großstadt zu ziehen und von vorne anzufangen. Aber das ist leichter gesagt als getan in einer Gesellschaft in der Menschen keinen Wert haben.

Editor — Ute Dilger
Please wait