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Lichtspielwerkstatt: „The Fall of a Queen“

KHM
© Rafael-Evitan Grombelka, Foto: Benedikt J. Sequeira Gerardo

Im Rahmen der Lichtspielwerkstatt wird in Kooperation mit dem IMAI – Inter Media Art Institute und dem Netzwerk kulturelle Filmbildung am 10. September „The Fall of a Queen, Or The Taste of the Fruit to Come“ in der Aula der KHM gezeigt. 

Donnerstag, 10. September 2026, 20 Uhr, Aula
Filzengraben 2, 50676 Köln
Eintritt frei. Anmeldung bis zum 09. September 2026 unter anmeldung@lichtspiel-netzwerk.de

In bunt-flirrenden, barock anmutenden Bildwelten mischt sich die Königin unter ihr unzufriedenes Volk. Lautsprachlich singend will sie einen Umsturz verhindern. Ihr gegenüber agiert der königliche Berater, dargestellt vom Tauben Aktivisten und Gebärdensprachpoeten Gunter Trube. „The Fall of a Queen, Or The Taste of the Fruit to Come“ (1991) [Der Fall einer Königin oder der Geschmack kommender Früchte] von Akiko Hada ist eine 20-minütige Videooper, die Gesang, Lautsprache, Gebärdensprache und Untertitel zu einer vielschichtigen und ungewohnten, audiovisuellen Form verbindet.


Die Videooper steht im Dialog mit einer von Rafael-Evitan Grombelka 2026 für das IMAI – Inter Media Art Institute entwickelten Gebärdensprachpoesie-Performance, die als Live-Performance zeitgleich zur Videooper aufgeführt wird. Grombelka nimmt Trubes Rolle als Ausgangspunkt und erweitert sie zu einer eigenen gebärdensprachpoetischen Perspektive, die die politischen und sprachlichen Hierarchien der Videooper reflektiert und künstlerisch weiterführt. Die Performance knüpft an Grombelkas frühere Auseinandersetzung mit dem Vermächtnis von Gunter Trube an, zu dem er eine künstlerische und persönliche Verbindung hatte.


Die Videooper „The Fall of a Queen, Or The Taste of the Fruit to Come“ wird in englischer Lautsprache und mit erweiterten, künstlerischen Untertiteln der Arbeitsgruppe Carefuffle auf Deutsch gezeigt. Die Gebärdensprachpoesie-Performance von Rafael-Evitan Grombelka findet in deutscher Gebärdensprache statt.


Im Anschluss diskutieren die Initiator*innen des Filmabends, Judith Greitemann, Martin Holst und Alejandro Bachmann, gemeinsam mit Rafael-Evitan Grombelka und dem Publikum über die Videooper sowie die Performance. Das Gespräch findet in Deutscher Gebärdensprache (DGS) sowie deutscher Lautsprache statt.


Zur Lichtspielwerkstatt

Unter dem Motto „What we cannot imagine, cannot come into being“ veranstaltet das Netzwerk kulturelle Filmbildung vom 10. bis 13. September die Lichtspielwerkstatt zum Thema progressive Filmbildung in Köln und Essen (mehr Informationen). Alejandro Bachmann, Professor für Filmgeschichte und Filmtheorie an der KHM, und Katja Lell (Künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin für transkulturelle, intersektionale und diskriminierungskritische Perspektiven des Kinos) organisieren die Kooperationsveranstaltungen an der KHM. Alejandro Bachmann ist außerdem Mitglied des Netzwerks kulturelle Filmbildung. 

Beteiligte

Rafael-Evitan Grombelka ist Tauber Performer, Schauspieler und Gebärdensprachdolmetscher. Mit Gebärdensprachpoesie verbindet er Mimik, Gestik und Gebärden, um seine innere Gedankenwelt nach außen zu tragen und sein Publikum zu inspirieren. Er engagiert sich für die Sichtbarkeit der Deutschen Gebärdensprache und arbeitet regelmäßig für Theater, Film und Fernsehen.


Judith Greitemann beschäftigt sich in ihrer filmischen und forschenden Praxis mit anti-ableistischen Erzählweisen und Produktionspraktiken aus einer intersektionalen Perspektive. Sie studierte Kulturwissenschaften (B.A.) an der Universität Hildesheim und Kunst im Kontext (M.A.) an der Universität der Künste Berlin. Derzeit forscht sie am IMAI – Inter Media Art Institute zur Zugänglichkeit audiovisueller Kunst im digitalen Raum.


Martin Holst ist 59 Jahre alt und entdeckte seine Leidenschaft für das Kino bereits als Kind durch expressionistische Stummfilme. Als hochmotivierter Kinogänger wurde sein Seherlebnis maßgeblich durch das Kino als Erfahrung geprägt, wobei er Stanley Kubrick als Beispiel nennen kann. Er schaut als fast tauber Mensch Filme bevorzugt im Originalton mit Untertiteln. Ein besonderes Interesse gilt dem Coming-of-Age-Genre, da dort Themen vorzufinden sind, die ihm in seiner eigenen Jugend möglicherweise fehlten. Als Mann schätzt er zudem feministische und insbesondere lesbische Filmproduktionen. Neben seiner Leidenschaft für das Kino beschäftigt er sich auch aktiv und passiv mit dem (Tanz-)Theater und berät zudem andere Akteure in Fragen der Barrierefreiheit bei Kulturevents. Er lebt in Köln.


Katja Lell arbeitet zurzeit als künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Kunsthochschule für Medien Köln mit einem Schwerpunkt auf inklusive, diskriminierungskritische Perspektiven des Kinos sowie als stellv. Lehrkraft für besondere Aufgaben in der Ästhetische Erziehung an der Universität zu Köln.


Alejandro Bachmann ist Filmarbeiter mit Schwerpunkten im Vermitteln von und Schreiben über Film sowie in der Zusammenstellung von Filmprogrammen. Seit 2023 ist er Professor für Filmgeschichte und Filmtheorie an der Kunsthochschule für Medien Köln. Er ist (Co-)Herausgeber mehrerer Publikationen und Mitglied des Vorstands von Lichtspiel – Netzwerk kulturelle Filmbildung. Lebt in Köln.


Akiko Hada (*1961 in Tagawa, Japan, †2026 in Berlin) entwickelte ihre künstlerische Praxis aus der experimentellen Musikszene der späten 1970er- und frühen 1980er-Jahren zunehmend in Richtung Videokunst. Hada bewegte sich genreübergreifend zwischen Performance und Video. Ihr Werk umfasste Musikvideos, Performance- und Konzertdokumentationen, lyrische Erzählungen sowie Animationen.


Wolfgang Müller (*1957 in Wolfsburg) ist Künstler, Musiker und Autor. 1980 gründete er die Post-Punk-Band Die Tödliche Doris und arbeitet seither interdisziplinär in Musik, Hörspiel, Performance und bildender Kunst. Er lehrte Experimentelle Plastik an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg.


Gunter Trube (*1960 in München, †2008 in Berlin) war Künstler, Gebärdensprachpoet, Performer und eine zentrale Figur der queeren Taubenbewegung in Deutschland. Bekannt wurde er als Gebärdensprachpoet unter anderem durch seine Inszenierung der Weihnachtsgeschichte Schnee (1994). Zeit seines Lebens engagierte er sich für die Anerkennung der Deutschen Gebärdensprache und die künstlerische, politische und gesellschaftliche Sichtbarkeit Tauber Kultur.


Carefuffle ist eine von Menschen mit Behinderungen geleitete Arbeitsgruppe, die barrierefreie Untertitel für künstlerische Bewegtbilder erstellt. Sie verstehen Barrierefreiheit als kreative und befreiende Praxis, die ableistische Erzählungen hinterfragt, Menschen mit Behinderungen unterstützt und neue Formen kultureller Ausdruckskraft eröffnet. Sie setzen sich für eine Zukunft ein, in der Zugang untrennbar mit Kultur verbunden ist – ein Akt von Fürsorge, Freude und Gerechtigkeit, der Gemeinschaften bereichert und die Möglichkeiten von Kunst erweitert.


Barrierefreiheit und Zugänglichkeit

  • Die Videooper wird in englischer Lautsprache und mit erweiterten, künstlerischen Untertiteln auf Deutsch gezeigt. 
  • Die Gebärdensprachpoesie-Performance von Rafael-Evitan Grombelka findet in deutscher Gebärdensprache statt. Das anschließende Gespräch findet in Deutscher Gebärdensprache (DGS) sowie deutscher Lautsprache statt. 
  • Dauer: ca. 20 Minuten + Nachgespräch ca. 40 Minuten 
  • Menschen mit Hörgeräten können eine mobile induktive Hörunterstützung nutzen. 
  • Die benötigten Induktionsschlingen können vor Ort ausgeliehen werden. Bitte gebt uns bei der Anmeldung Bescheid, wenn ihr die Hörunterstützung nutzen möchtet. 
  • Der Veranstaltungsraum ist barrierefrei zugänglich; die Eingangstür ist jedoch schwer zu öffnen. 
  • Eine rollstuhlgerechte Toilette ist per Aufzug erreichbar. Wir können rollstuhlgerechte Plätze oder andere barrierefrei erreichbare Sitzplätze reservieren. 
  • Öffentliche Parkplätze für Menschen mit Behinderung befinden sich unter folgenden Adressen: Filzengraben 1, 10, 11, 12 und 13. 
  • Assistenzhunde sind herzlich Willkommen. Bitte gib Bescheid, wenn Du einen Hund in die Vorstellung mitbringst. 
  • Unterschiedliche Unterstützungsbedarfe können bei der Anmeldung angegeben werden, sodass wir uns entsprechend vorbereiten können. Melde Dich dafür gerne unter anmeldung@lichtspiel-netzwerk.de
Editor — Giulia Maion
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