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GLASMOOG zeigt: Florian Ebner & Andreas Langfeld – Postures / Haltungen

KHM
Abb.: Florian Ebner & Andreas Langfeld, "Firoud Dib, Rudy Fréchou-Mondésir, agents de sûreté (nach August Sander, Zöllner, 1926)", 2022–2024, Fotografie, 55 x 45 cm (gerahmt)
03.10.-07.11.2026, Eröffnung: Freitag, 2. Oktober, 18 Uhr
GLASMOOG | Halle
KHM, Heumarkt 14, 50667 Köln
Eintritt frei

Wenn zwei Systeme zusammentreffen, entsteht Reibung, im besten Falle etwas Neues. Da gibt es auf der einen Seite eine herausragende fotografische Archivarbeit, August Sanders Menschen des 20. Jahrhundert, die vor 100 Jahren ihren Ausgang genommen hat. Da steht auf der anderen Seite eine der größten europäischen Kulturinstitutionen, das Pariser Centre Pompidou, in dem etwa 2000 Menschen arbeiten und das im kommenden Jahr 50 Jahre alt wird.


Den Ausgangspunkt der vorliegenden Arbeit bildet das Scheitern eines Buchprojekts zu Sander am Centre Pompidou. Als Reaktion auf verwehrte Fotografien des Kölner Fotografen entstand der Plan, die Idee seines Porträtatlas in die heutige Zeit zu überführen und auf seine soziale Relevanz zu testen. Als umfangreiches kollektives Porträt konzipiert, zeigen alle Fotografien dieser Ausstellung Menschen, die einen Bezug zum Centre Pompidou haben, ob sie dort arbeiten, oder forschen und lernen, Kunst produzieren oder in seinem Schatten leben.


Realisiert wurde das Projekt zwischen September 2022 und Januar 2024 von dem an der Kunsthochschule für Medien Köln lehrenden Fotografen Andreas Langfeld und dem am Centre Pompidou arbeiten Fotokurator Florian Ebner. Diese als Buch entstandene Arbeit als Ausstellung in der KHM Ende 2026 zu zeigen, liegt – jenseits des billigen Verweises auf banale Jubiläen – an der Konstellation von gleich mehreren Jahrestagen: der 200. Geburtstag der ersten Fotografie (1826/1827), der 150. Geburtstag von August Sander (1876), vor allem aber den 100. Jahrestag seiner ersten, und für die Erprobung einer zukünftigen Methode der Kunst und Fotografie bahnbrechenden Einzelausstellung im Kölner Kunstverein (1927).


Die Arbeit schlägt eine Brücke 100 Jahre zurück, von den Menschen des 21. Jahrhunderts zu denen des 20. Jahrhunderts, welchen der deutsche Fotograf August Sander in seinem epochalen Werk ein Denkmal gesetzt hat. Dabei ist auch das Heute im Begriff sich zu verändern. Im September 2025 hat das 1977 Centre Pompidou aufgrund umfangreicher Renovierungsarbeiten geschlossen. Eine Zeit des Umbruchs steht bevor, und es ist eine Qualität der Fotografie, das aufzuzeichnen, was bald verschwinden wird. August Sander hat diese Haltung maßgeblich mitgeprägt. Er räumte den Menschen, ungeachtet ihrer Stellung in der sozialen Hierarchie, den gleichen Raum vor seinem Objektiv ein, um sie jedoch später in seinem eigenen gesellschaftlichen System zu klassifizieren.


Was als Gedankenspiel begann, stellte sich bald als ein produktiver Filter dar, um auf die Komplexität und Diversität des Centre Pompidou zu schauen, auf seine Angestellten, seine Künstler*innen, sein Publikum, sein kulturelles und wirtschaftliches Ökosystem. Es ging den beiden Autoren gerade nicht darum, wörtlich den Typen- und Bildfindungen Sanders zu entsprechen, sie genau nachzustellen – auch wenn es einige Bildzitate gibt –, sondern vielmehr die sozialen Unterschiede und Zwischenräume zu vergegenwärtigen, die das Heute vom Gestern trennen. Der Titel dieser Ausstellung, Haltungen / Postures, bezieht sich sowohl auf die Pose, die die Menschen vor der Kamera einnehmen, als auch auf den Ausdruck einer Haltung gegenüber der Institution, in der sie arbeiten, und der Gesellschaft, in der sie leben.



3. Oktober bis 7. November 2026

POSTURES / HALTUNGEN

Menschen des Centre Pompidou nach August Sander

Eröffnung: Freitag, 2. Oktober, 18 Uhr


Glasmoog – Räume für Kunst & Diskurs

Kunsthochschule für Medien Köln (KHM)

Heumarkt 14, 50667 Köln

glasmoog.khm.de


Öffnungszeiten:

Mittwoch – Samstag, 14–19 Uhr und nach Vereinbarung. Feiertags geschlossen.

Eintritt frei.

Editor — Heike Ander
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