KHM-Absolvent*innen beim Moovy Festival 2026

Still aus „Dressing the city and my head is a shirt“ von Michael Maurissens

Vom 4. bis 18. Oktober findet das Moovy - Tanzfilmfestival Köln statt. Teil des Programms sind Arbeiten der KHM-Absolvent*innen Michael Maurissens und Alisa Berger. 

4. bis 18. Oktober 2026, Köln
Verschiedene Orte in der Stadt

Auch in diesem Jahr findet das Moovy - Tanzfilmfestival Köln wieder an verschiedenen Locations in Köln statt. Das Festival widmet sich Tanz, Filmographie und Technologie und baut Brücken zwischen etablierten Künstler*innen und aufstrebenden Talenten. 


Im Rahmen des Festivals sind die Arbeiten „Dressing the city and my head is a shirt“ und „Portrait at 19“ von Michael Maurissens und „Rapture II – Portal“ von Alisa Berger zu sehen. Beide haben das Studium der Medialen Künste an der Kunsthochschule für Medien Köln absolviert. 


„Dressing the city and my head is a shirt“ läuft während des Festivalzeitraums täglich von 10 bis 17 Uhr (außer montags) im Könischen Stadtmuseum. „Portrait at 19“ wird im Rahmen des Programms „Kurzfilme 2: Im Nachhall“ am 9. Oktober um 20 Uhr im Filmforum NRW im Museum Ludwig gezeigt. „Rapture II – Portal“ ist am 17. Oktober von 16 bis 22 Uhr und am 18. Oktober von 16 bis 21 Uhr als VR-Ausstellung mit Künstler*innengespräch in der TanzFaktur zu sehen. 


Teil des Programms sind außerdem Kurzfilme von Jugendlichen, die in den letzten Monaten bei Moovy-Workshops unter der Leitung von Michael Maurissens in Köln und ganz NRW entstanden sind. Die Kurzfilme laufen als Programm unter dem Namen „Unsere Orte, unsere Moves“ am 10. Oktober um 16:30 Uhr im Filmforum NRW im Museum Ludwig.

Dressing the city and my head is a shirt

Regie und Choreografie: Angie Hiesl, Roland Kaiser, Film: Michael Maurissens

Deutschland 2026, 18 Min.

Was passiert, wenn sich Körper und Gegenstand ineinander verheddern? Wenn sich ein Körper verzieht, wenn er die Kleidung verzieht – oder umgekehrt – und

sich an ein Objekt bindet? Kleidung ist unsere zweite Haut, die Membran zwischen dem Körper und der Umgebung. Sie ist der Link zwischen unseren inneren und

äußeren Welten und sie gibt ein Statement ab. In der Inszenierung von Angie Hiesl und Roland Kaiser begaben sich 2024 zehn Tänzer:innen und Performer*innen, Menschen unterschiedlicher Persönlichkeiten und Staturen, in den Trubel des Kölner Stadtalltags. An bestimmten Stellen entwickeln sich dann Dialoge zwischen diesen Orten, den Körpern und hunderten Kleidungsstücken. Bizarre Bilder entstehen. Mal fragil, mal vital, installieren sich die Performer*innen im öffentlichen

Raum, verflechten sich mit ihm: eine Verstrickung von Individuen, Architektur und Alltag. Und was passiert, wenn Passant:innen auf etwas treffen, das aus der Norm fällt – an ihr zerrt? Wer zieht was an, was zieht wen an?


Vorführtermine: Während des Festivalzeitraums täglich von 10 bis 17 Uhr (außer montags), Kölnisches Stadtmuseum


Portrait at 19

Regie und Choreografie: Michael Maurissens

Deutschland/Nigeria 2026, 5 Min.

Der Film, der in Finnland entstand, setzt sich mit einem literarischen Text von Taiye Ojo aus Nigeria auseinander.

Die Zusammenarbeit mündete in eine Reihe von „poetry films“, die Stimme, Bild und Zeitlichkeit miteinander

verquicken. Gesprochene Worte in modulierten Rhythmen; das bewegte Bild bricht das Gedicht wie in Prismen, Verzögerungen und Echos entstehen, subtile Reibungen zwischen Sprache und Landschaft durch Aufmerksamkeit,

Pausen, sinnliche Erfahrungen. Es geht um einen Moment: wenn man zur Ruhe kommt und das eigene Leben reflektiert. Wozu greife ich, wenn ich mich „ungesättigt“ fühle? Der Kölner Tanzfilmemacher Michael

Maurissens verbindet seit einigen Jahren Film mit Dichtung.


Vorführtermin: 9. Oktober um 20 Uhr, Filmforum NRW im Museum Ludiwg


Rapture II – Portal

Konzept: Alisa Berger, Choreografie: Marko Kolomytskyi
Frankreich 2025, 19 Min.

Die VR-Installation stellt den ukrainischen Vogue-Tänzer Marko in den Mittelpunkt: seine verlassene und inzwischen unzugängliche Wohnung in der Region Donbas. Dort wütet der Krieg schon seit zehn Jahren. Markos Zuhause ist nun ein virtueller Raum, der mittels eines 3D-Scans von Fotografien erschaffen wurde. Ihn kann er nun zurückerobern. Dabei verbindet sich die Idee des physisch verlorenen Heims mit dem Körper des Tänzers als
unzerstörbares Zuhause. Der VR-Film wird angereichert durch die Kommentare Markos bei der Tour durch die Wohnung, strukturiert als Hypnosesitzung, um Erinnerungen zu erwecken. Lücken sind von den
Zuschauer*innen zu füllen. Und der Raum verbindet sich mit 3D-Scans von Fotos, die neuerdings zerstörte ukrainische Gebäude zeigen. Der Vogue-Tanz wird zur Waffe, indem er die Kraft und die Schwäche des
tanzenden Körpers konfrontiert mit Kriegstechnologie.


Vorführtermine: 17. Oktober 16 bis 22 Uhr, 18. Oktober 16 bis 21 Uhr, TanzFaktur

Editor — Giulia Maion