Dys/fluency – Kulturen des Stotterns

Marianne Vlaschits, A Wobbly Federation of Tongues, Hands, Faces and Lungs

Was geschieht in öffentlichen Räumen, wenn das Sprechen ins Stocken gerät? Performances und Diskussion mit Marianne Vlaschits, Johannes Hoffmann, Wolfram Lotz, Katja Lell und Kathrin Röggla.

Mittwoch, 16. Dezember 2026, 19 Uhr, Aula
Filzengraben 2
50676 Köln
Eintritt frei

Was geschieht in öffentlichen Räumen, wenn das Sprechen ins Stocken gerät? Wenn der Körper, das Zwerchfell, die Atmung hörbar und spürbar werden? Wenn Pausen nicht überwunden, Wiederholungen nicht geglättet und Lücken nicht geschlossen werden müssen?


Aus einer Perspektive der Cultural Disability Studies und der Crip Theory wird weniger das Stottern als Phänomen eines abweichenden Sprechens untersucht als vielmehr die Norm des flüssigen Sprechens selbst, die uns überall im Alltag umgibt.

Im Sinne einer aesthetic of access näheren wir uns in zwei Performances von Marianne Vlatschits und Johannes Hoffmann und einem anschließenden Panelgespräch künstlerischen Herangehensweisen, die Zeitlichkeiten, Rhythmen und Formen des Sprechens, Stotterns und Hörens in Spannung zu einer Norm des flüssigen Sprechens untersuchen.


In ihrer Lecture-Performance A Wobbly Federation of Tongues, Hands, Faces and Lungs verbindet Marianne Vlaschits ihre künstlerische Praxis als Malerin mit den „Lücken, Nischen und kleinen Kratern“ ihres Sprechens. Mit Humor und Widerspenstigkeit fragt sie danach, wie Stottern Leben und Kunst formt – und was der Imperativ, flüssig und eloquent zu sprechen, mit gesellschaftlichen Vorstellungen von Leistung zu tun hat.

In der Sound-Performance von Johannes Hoffmann verlagert sich Sprache in Objekte. Luftballon, zischende Mineralwasserflasche, Kehlkopfsynthesizer und Textkärtchen werden zu Medien einer zugewandten Verweigerung: dem eigenen Sprechen auszuweichen, es zu umarmen und entlang seiner Leerstellen zu verflüssigen.


In einem anschließenden Panelgespräch diskutieren Kathrin Röggla und Katja Lell gemeinsam mit Marianne Vlaschits und Johannes Hoffmann und dem Dramatiker Wolfram Lotz die transformativen Potentiale dessen, was entstehen kann, wenn künstlerische Praktiken Zeitlichkeiten überdehnen, Pausen verlängern und Unvorhergesehenes in bekannte Abläufe hineinwabern lassen – und wie Kunst dazu beitragen könnte, Kulturen des Stotterns zu entwerfen und zu leben.

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Infos zur Barrierefreiheit

Die Performances finden vorwiegend auf Deutsch und in Teilen auch auf Englisch statt.

Dauer: 90 Minuten mit Pause


Der Veranstaltungsraum ist barrierefrei zugänglich, die Eingangstür ist jedoch schwer zu öffnen. Eine rollstuhlgerechte Toilette ist per Aufzug erreichbar.

Wir können rollstuhlgerechte Plätze oder andere barrierefrei erreichbare Sitzplätze reservieren.

Öffentliche Parkplätze für Menschen mit Behinderung befinden sich unter folgenden Adressen: Filzengraben 1, 10, 11, 12 und 13.

Blindenführ- und Assistenzhunde sind herzlich Willkommen. Bitte geben Sie Bescheid, wenn Sie einen Hund in die Vorstellung mitbringen.

Editor — Juliane Kuhn

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