Die Diplomausstellung präsentiert dieses Jahr 30 künstlerische Abschlussprojekte in unterschiedlichsten medialen Ausdrucksformen, die erstmals oder in Neuinszenierungen gezeigt werden. Insgesamt gratuliert die Kunsthochschule für Medien Köln im Studienjahr 2025/2026 rund 75 Absolvent*innen zu ihrem Abschluss – Herzlichen Glückwunsch!
Zu sehen sind Abschlussprojekte von: Kaspar Achenbach, João Flore Carvalho, Corinna J. Duschl, Raika Er, Maja Funke, Joshua Gutowski, Nils Herzogenrath, Johannes Hoffmann, Jiha Jeon, Hyemin Jung (Joreng Jung), Badr Kamoona, Setareh M. Karimi, Eylül Berivan Kizilirmak, Gabriel Kos, Ella Kühn, Hojin Lee, Sey Lee, Jannika Lösche, Pavel Méndez, Leila Orth, Esther Rosiny-Wieland, Mohamad Moe Sabbah, Rosa Sadnik, Alexandra Sakir, Hyunji Seo, Katharina Singh (Kamala Dubrovnik), Christopher (Theo) Theophanous, Elyot A. Trinh, Milena Uribe, Claude Wear.
Texte und Fotos, wenn nicht anders angegeben: Courtesy the artists.

2026, C-Print auf Dibond, geschweißte Stahlrahmen, expandierter PU-Schaum, hochgeprägte Aluminiumfolie
Die Installation verbindet fotografische Stillleben mit skulpturalen Objekten. Formen entstehen nicht neutral. Sie werden geprägt, eingeschrieben und gelesen. Wie Materialien unter Druck geformt werden, werden auch Körper und Identitäten durch äußere Erwartungen bestimmt. Mutter und Butter unterscheiden sich im Deutschen nur um einen Buchstaben. Durch die 90 Grad Drehung des Buchstabens M entsteht die Hybridform MBUTTER.
Ausgehend vom Unterschied zwischen Formstück und Formtücke versteht die Arbeit Gestalt nicht als festes Ergebnis, sondern als instabilen Zustand. Während Formstück für Präzision steht, beschreibt Formtücke Widerstand, Transformation und das Potenzial des Werdens. Die MBUTTER ist ein Körper, der mehr trägt als er zeigt – Form vs. Norm. Als Attrappe (≠ Prototyp) verhandelt sie die auf sie projizierten Erwartungen und versucht, über ihre zugeschriebene Rolle hinauszuwachsen, bleibt wandelbar und stetig in Frage gestellt. Die MBUTTER ist die unzuverlässige Erzählerin.

Abb.: Videostill aus dem Diplomfilm “THIS MOMENT IS A MOVEMENT”, 2026
2026, Zine / Lesung
Subjective reflections, speculations, poems and conversations on militant cinema strategies and community organizing.
But there is something to be shouted
For the moment of a world-building riot
intimate, dimly-lit
or burning in plain sight
for the eternity of a day in which we occupied
the factory
the university
the kitchen
the far-beyond galaxy
the forest
the parliament
the street corner
our own bodies
for the whisper and the choir
the gesture and the crowd
What if,
moments or decades later,
they dare say we failed?
There will be something left to be felt and tried
in a dark room
a collective consensus:
maybe 90 minutes together
—hopefully more.
Public reading of excerpts and open-round conversation on community-based filmmaking and becoming indigestible

2026, Mixed-Media-Installation: Keramik, Video, 8 min (Loop)
EN
𖥔 ݁ ˖⋆𐦍⊹₊ ⋆° We crawl through arches of thorns into the thicket. There we sit, suckled by plants. Stories unravel around us—we grasp the threads carefully, so we don't get pricked. We weave them into a new web, from which we can only escape as a hare. 𖥔 ݁˖⋆𐦍⊹₊ ⋆°
The installation Durch Dornen // Through Thorns roams through the brambles of misogynistic narratives surrounding milk witches, unravelling their historical entanglements and weaving new narrative strings in fragmentary works, involving video and ceramics.

Abb.: Ausstellungsansicht GLASMOOG | Projektraum, Köln, 2026; Foto: Christelle Jornod
2026, Performance, Wandtext, Installation, Buch
TO HOLD WHAT BREAKS beschäftigt sich mit Wut als einer Emotion, die nicht allen Menschen gleichermaßen zugestanden wird. Während Wut bei privilegierten Personen häufig als Stärke oder Durchsetzungsvermögen gilt, wird sie bei FLINTA* und BIPoC oft pathologisiert oder als Bedrohung gelesen. Die Arbeit versteht Wut nicht als etwas rein Individuelles, sondern als eine Kraft, die zwischen Körpern, Erfahrungen und gesellschaftlichen Machtverhältnissen entsteht. In der Performance wird Wut nicht dargestellt, sie wird gesucht, erforscht und ausgehalten. Als etwas, das sich oft zuerst im Körper zeigt, zunächst als Müdigkeit, Anspannung oder Trauer, bevor Worte dafür gefunden werden.
TO HOLD WHAT BREAKS versteht Wut als eine Kraft, die Grenzen zieht, Anpassung verweigert und das festhält, was nicht einfach hinter sich gelassen werden kann. Die Arbeit möchte einen Raum schaffen für Verletzlichkeit, Intuition, Solidarität und Widerstand und für die Frage, was entstehen kann, wenn Wut nicht unterdrückt, sondern gemeinsam getragen wird.
IG: @ak__der
Performance

Videostill
2026, Videoessay, 19 min
Die dritte Aushandlung des Projekts Dead Glitch erfolgt entlang der EU-Außengrenzen und dem Einsatz von algorithmischer Überwachung bei der Grenzkontrolle sowie dem Migrationsmanagement. KI-Systeme werden in Grenzgebieten und an „people on the move“ eingesetzt und getestet. Wenn Anwendungen maschinellen Lernens versagen, wird dies nicht zur Grenze der Politik, sondern ermöglicht neue Experimente. Diese andauernden Versuche verändern Grenzen materiell, lange nach dem Überwinden ihrer technischen Infrastruktur. Die „deep border“ umgeht dabei liberale Schutznormen und verschließt nicht nur den materiellen Raum der Grenze, sondern unterdrückt auch die dort erhobenen politischen Ansprüche und verneint das Potenzial zukünftiger, noch nicht gestellter Forderungen. Grenzen werden so zu experimentellen Gradienten staatlicher Macht, die ihre politische Schwierigkeit durch mathematische Optimierung zu lösen verspricht.
Das Orakel von Delphi steht dabei exemplarisch für die Geschichte der Monetarisierung von Vorhersagen und ihrer Machtverhältnisse. Der Ort dient als Narrativ des Verbergens von menschengemachten Entscheidungen hinter der Behauptung höherer Wahrheit und eines Versprechens von Klarheit über das Kommende innerhalb einer Aura des Unfehlbaren.
Zwei performative Figuren sprechen die Worte von Multiplen. Das Skript für Dead Glitch (Frontiers) besteht ausschließlich aus Zitaten verschiedener Gespräche. Sie alle waren auf der Suche nach den Orten und Momenten, an denen Versprechen von Sicherheit in Mechanismen der Ausgrenzung umschlagen.

Abb.: Ausstellungsansicht A 32, 2026, Kunst-Station Sankt Peter Köln
2026, mehrteilige Installation: A 32, Acrylglas, Polarisationsfilter, 3D-gedrucktes PETG, 250 x 60 x 116 cm / K 47, UV-Plattendirektdruck hinter Acrylglas, 220 x 150 x 0,8 cm
In seiner mehrteiligen Installation, die zunächst für die Kunst- Station Sankt Peter Köln konzipiert wurde, beschäftigt sich Joshua Gutowski mit mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Exponaten aus der Sammlung des Museum Schnütgen. Dieses befindet sich in der benachbarten Kirche St. Cäcilien und bildet mit Sankt Peter die letzte erhaltene Doppelkirchenanlage Kölns. Gutowski entwickelt seine Werke nicht aus den historischen Objekten des Museums, sondern aus deren Archivdaten, wie Fotos, 3D-Scans oder anderen Dokumentationen. Es entstehen KI-generierte Skulpturen oder Digitaldrucke, die im christlichen Kontext zunächst vertraut erscheinen.
Im Werk von Joshua Gutowski geht es jedoch vielmehr um die Relationen von Bild, Körper und Wirklichkeit und eine Verkörperung des Digitalen. Welche Funktion erfüllt oder erfüllte beispielsweise ein Armreliquiar, was davon kann eine Archivfotografie, was ein KI-Modell transportieren und in welchem Kontext gelingt eine Verkörperung oder Vitalisierung? Welche Rolle spielen KI-generierte Bilder in der heutigen Bildwelt, auf welchen Informationen basieren sie und zu welchen Ergebnissen kann dies führen?
Gutowskis Werke sind künstlerische und zugleich philosophische Auseinandersetzungen an der Schnittstelle von Phänomenologie, materieller Kultur und Philosophie der Repräsentation.

2026, Installation
Kaum ein Musikinstrument hat die letzten 100 Jahre Popkultur so sehr geprägt wie die E-Gitarre. Eine Instrumentengattung geformt von einer diversen und ambivalenten Geschichte, der sich in der Installation aus einer kritischen und queeren Perspektive neu angenähert wird. Kern der Arbeit sind eine selbstgebaute E-Gitarre und der Essay "Das Instrument als Kunstwerk".

2026, 8-Kanal-Sound-Installation, Laufzeit / Größe variabel
An durch den Raum gespannten Wäscheleinen hängen über 100 blaue Socken. „Was ich meine, wenn ich sage, dass die Herzen blau sind“, flüstern sie und schauen uns mit Wackelaugen an. Wie eine Beschwörung zieht sich dieser Satz durch die Komposition Herzen Blau – sich überlagernde Fragmente, die sich mit einer Klangatmosphäre aus dem Hinterzimmer vermischen. „Du hast einfach Zitronen auf dem Edelstahl in dünne Scheiben geschnitten“, heißt es zwischen tropfender Milch, Mohn und aus traurigen Augen aufsteigendem Rauch – „Kleiner Eiswasser-Schluck!“ Herzen Blau wurde bisher als Solostück von Jojo Selavy aufgeführt und wird nun zum ersten Mal als räumliche Installation gezeigt.
Auch Clothesline Socks haben schon einmal ein anderes Stück gesprochen – damals waren sie noch weiß.
In der Arbeit möchte ich die Sprache zu etwas führen, das man weniger versteht, als körperlich spürt – etwas, durch das man sich frei bewegen darf. Sie bekommt ein Gesicht, einen kleinen weichen Körper und hängt an einer Wäscheleine.

2026, Breeder A: Einkanal-Videoinstallation mit 5.1-Surround-Sound, 14:11 min, Durchmesser: 170 cm /Goldfish from Biological Aesthetic to Algorithmic Aesthetic: Künstlerbuch, offene Fadenbindung
Die aus einem Künstlerbuch und einem Hybridfilm bestehende Arbeit Fixing the Rare setzt sich mit Ziergoldfischen auseinander – Lebewesen, deren Formen nicht durch ökologische Notwendigkeit, sondern durch jahrhundertelange selektive Züchtung nach menschlichen ästhetischen Maßstäben geprägt wurden. Das Projekt untersucht die Logik der Selektion, die sowohl der biologischen Goldfischzucht als auch der algorithmischen Bildgenerierung zugrunde liegt.
Fixing the Rare: Goldfish from Biological Aesthetic to Algorithmic Aesthetic verlagert die Goldfischzucht von Organismen auf Bilder und setzt LoRAtrainierte Diffusionsmodelle ein, um virtuelle Selektion, Klassifikation und Generierung durchzuführen. Das Buch operiert innerhalb der Systeme, die es selbst untersucht, übernimmt die Rolle eines virtuellen Züchters und legt die Kontroll- und Begehrensstrukturen frei, die die Zierfischzucht seit Jahrhunderten geprägt haben.
Fixing the Rare: Breeder A folgt einem fiktiven Züchter, der dem ultimativen Goldfisch nachspürt. Inspiriert von Interviews und Tagebüchern realer Züchter*innen, zeigt der Film einen Mann, der unablässig einem schwer greifbaren Ideal nachjagt. Durch seine experimentelle Suche wird das Publikum indirekt Zeuge, wie Leben entsteht, selektiert, verfeinert und ausgelöscht wird, wobei virtuell gezüchtete Figuren mit Live-Action-Aufnahmen aus Fischtanks verwoben werden.

Abb.: Videostill, Kamera: Juan Francisco Rodríguez
2025/2026, Publikation, Klangperformance
We weren’t born depressed; we became depressed. Even if we can’t remember the time we weren’t.
Die Publikation umfasst eine Sammlung von Essays, die zwischen Ende 2024 und 2025 verfasst wurden und eine Mischung aus Zeitkritik, Queerkritik, Comic-Kritik und Gamekritik bilden. Themen sind unter anderem die Verwirrung über die politische Lage in der Welt, Boi-Identität, Genderdysphorie und Gedächtnisverlust. Boi versucht, die Ereignisse auf der Welt zu erfassen, doch es ist unmöglich, alles nach denselben Maßstäben zu betrachten, die Dissoziation wird immer schlimmer. Das Buch besteht im Wesentlichen aus drei Kapiteln: „Transdissoziation“, „Boi und Shonen- Manga“ sowie „Transnationale Dysphorie“.
Die Klangperformance basiert auf der gleichnamigen Publikation und ist als Einakter in vier Kapiteln aufgebaut. Im ersten Kapitel „Brief an meinen Bruder“ schreibt und liest Boi Briefe, die an jemanden adressiert sind, den er als „Bruder“ bezeichnet. Im zweiten Kapitel „Wie man ohne Testo knurrt“ präsentiert er Übungen zur Stimmveränderung ohne Hormontherapie. Das dritte Kapitel „Intermission – Spaziergang“ besteht aus einem Video, das Bois’ unbewusste Gedanken während eines Spaziergangs zeigt. Im vierten Kapitel „Hi, Alan Vega“ ahmt Boi einen legendären Live-Auftritt von Alan Vega nach.
Lesung / Klangperformance

Videostill
Seit 2025, 7-Kanal-Multimedia-Installation: Audio, Video, Zeichnungen, Text, Laufzeiten zwischen 10 und 30 min
RED ist ein autobiografisches Kunstprojekt über Erinnerungen, Träume und die fortwährende Präsenz historischer Ereignisse in der persönlichen Erfahrung. Zwischen persönlicher Geschichte, Traumlandschaften und politischer Realität schafft RED einen Raum, in dem sich individuelle und kollektive Erinnerungen überschneiden.
@badrisbadr
2026, Lesung
The innocence of childhood, even teenagehood, makes you think you and your people live under this poverty with this violence every day because the other people don’t know about it. And on a rainy autumn day, I’m at Kızılay, in front of Dost Kitabevi (a famous bookshop in Ankara), just like everyone, waiting for their friends to arrive in the most famous meeting point of the district, I am waiting for my friend to arrive as well. But the rain gets heavier, so I just go inside the bookshop and I see a section in the bookstore that I haven’t seen before: ‘cinema’. That day at the age of 14, I found out just like these people who make the greatest cinema, I can just learn how to do it because there are books called film grammar, the handbook of a scriptwriter… These filmmakers are perhaps not the chosen ones, one can get educated about making films. Why wouldn’t it be me; telling the stories of my people, of the women in my neighborhood, of the female friends of my mother’s whom all unhappy with their partners and even of the police men who live in our neighborhood, knowing we all hate them. But this innocence dies. You grow up and understand that there is a whole system built upon the fact that you and your people are ignored and/or silenced. And also, they actually know about you because they are the ones who control your poverty and the violence you have to face every day. Innocence dies, but once I got passionate about this thing called storytelling, I’m not going to give you a break; I’ll keep telling. Shame and anger are intertwined.
Die Filme und Geschichten von Eylül Berivan Kızılırmak beschäftigen sich mit dem Alltag in Großstädten, der Vergangenheit und Gegenwart von Arbeitervierteln sowie mit queeren Lebensweisen – weder im Verborgenen noch offen gelebt – innerhalb heteronormativer und queerenfeindlicher Gesellschaftsstrukturen.
Lesung im Rahmen der Reihe „Auswärts-Lesungen“

2025/2026, Fotoinstallation, Größe variabel, Sound: Ali Aflatooni, ca. 10 min
Das Projekt versteht den weiblichen Körper als ein Archiv gelebter Erfahrungen. Gewalt und häusliche Traumata erscheinen dabei nicht als lineare Erzählung, sondern als fragmentierte Spuren, die sich in Körper, Erinnerung und Wahrnehmung einschreiben. Die gezeigten Körper bleiben bruchstückhaft, unscharf und teilweise entzogen, sowohl für andere als auch für die betroffene Person, deren Erfahrungen sich einer vollständigen Sichtbarkeit und eindeutigen Lesbarkeit entziehen.

2025, Roman (unveröffentlicht)
Niemand weiß so recht, wo Marc herkommt. Eines Tages stand er in einem Comedy-Club auf und war fasziniert von dem Ort, an dem er erzählen kann, was er will, und Menschen ihm zuhören. Zum ersten Mal scheint er hier einen Platz gefunden zu haben, an den er hingehört. Bis er auf einmal überraschend verkündet, dass es ihn nach New York und in die Comedy-Szene dort zieht, was all seine Freund*innen für illusorisch halten. Und eigentlich flieht er auch nur vor jener Ersatzfamilie, die er immer gesucht hat, weil er noch nicht bereit ist, Menschen nahezukommen. Aber trotzdem: Er muss sich selbst und allen beweisen, dass er es auch alleine schaffen kann. Einige Jahre später lädt er seine alten Freunde nach New York ein, wo ihm mit seinem ersten Late Night TV-Gig der Durchbruch gelungen zu sein scheint. Auch da aber ist mehr Fassade dabei, als ihm lieb ist. Und weiterhin ist er nicht bereit, die Menschen um ihn herum an sich heranzulassen, zu akzeptieren, dass er irgendwo hingehört. Statt in einem Triumph endet die Watch-Party seines Auftritts in einem Tobsuchtsanfall und die Menschen wenden sich von ihm ab. Wieder zwei Jahre später kehrt er allein in den Ort zurück, in dem er aufgewachsen, und von dem er damals geflohen ist, weil seine alten Freunde hier einen gemeinsamen Auftritt haben. Hier muss er sich damit konfrontieren, was ihn damals von dort weggetrieben hat: das brutale Verbrechen, dem er beinahe zum Opfer gefallen war und seinem beinahe wundersamen Überleben, dem er bis heute keinen Sinn geben kann.
IG: @gabriel.comedy
Lesung

2026, Rauminstallation
Man kann mit dem Fahrrad nach Rodenkirchen fahren und da hat man schon eine Ahnung von der ersten verheißungsvollen Rheinbiegung. Was wohl dahinter kommt?
Die Berg- und Talfahrt erzählt in lyrischen Textfragmenten, in Fotografie, Malerei und Objekten von verschiedenen Arten von subjektivem, gedachtem und gefühltem Raum, vom Kinderzimmer, vom Rhein, von Rohbau, Ruine und Traumhaus, zieht Verbindungen von Köln bis nach Bingen und verwebt Erinnerung und Vorstellung von Orten und Raumphänomenen, die mit der Komponente von Zeit Zusammenhänge bilden. In möbelartigen Objekten, Skulpturen, Text-Bildern und Videos werden diese verschiedenen Raumgefühle vorgestellt und erschaffen. Sie bilden die Stationen der „Berg- und Talfahrt“ und gehen den Fragen nach: Was haftet am Raum, was bleibt haften? Wie materialisiert sich Zeit im Raum? Und wie ist es im Gedachten?
Man steigt nicht zweimal in denselben Fluss, aber man kann stetig von der einen Stelle träumen.

Foto: Zeng Zexuan
2026, interaktive XR-Installation, 3D-Animation, Raumsound, Spiegel, Möbel, Größe variabel
PICK ONE ist eine interaktive Mixed-Reality-(XR)-Installation über das Verhältnis von individueller Autonomie und gesellschaftlicher Normativität, insbesondere im Hinblick auf die Konstruktion von Weiblichkeit. Die Arbeit entfaltet sich in zwei parallelen XR-Umgebungen, Version A und Version B, die unterschiedliche Erfahrungsräume schaffen. Statt zwei Geschichten zu erzählen, untersuchen sie verschiedene Bedingungen von Identität, Wahrnehmung und Handlungsmacht. Die Besucher*innen wechseln zwischen beiden Versionen und treffen zeitlich begrenzte, unumkehrbare Entscheidungen. Wahl erscheint dabei nicht als freier Akt, sondern wird von Erwartungen, Belohnungssystemen und sozialem Druck geprägt. Version A greift Bildsprachen öffentlicher Kampagnen und Werbung der 1950er- bis 1970er-Jahre auf und zeigt, wie vertraute Bilder normative Vorstellungen von Geschlecht und gesellschaftlichem Erfolg festigen. Version B entwirft einen spekulativen Raum, in dem Differenz als Wert verstanden wird und alternative Formen von Wahrnehmung und Selbstbegegnung erfahrbar werden.
Durch die Verbindung virtueller und physischer Ausstellungsarchitektur hebt PICK ONE die Grenze zwischen Simulation und Realität auf. Die Besucher*innen werden zu aktiven Teilnehmenden, deren Präsenz die Arbeit mitgestaltet. Die Installation lädt dazu ein, über das Spannungsfeld zwischen Anpassung und Widerstand sowie über andere mögliche Formen des Seins nachzudenken.
Engine Development: Shipeng Ouyang, Animation: Hojin LEE, Jiwoo Kim, Jinyoung Yoo, Set Design & Research: Jin-a Lee; Sound: On Lee, AI Prompting: Yoonha Song, Poster Design: Hyunji Seo

2026, Klangperformance: 75 Metronome, ca. 50 min
Das Overstolzenhaus, ein romanisches Patrizierhaus, wurde um das Jahr 1225 von der Familie Overstolzen errichtet. Im Lauf der Jahrhunderte wechselten Nutzung und Besitz mehrfach. Heute dient es als Bibliothek der Kunsthochschule für Medien Köln. Das Gebäude ist um eine zentrale Wendeltreppe organisiert, die den gesamten Baukörper durchzieht. Entlang dieser Wendeltreppe werden Dutzende unabhängige Klangkörper platziert, deren Klänge sich vertikal durch das gesamte Gebäude ausbreiten und dieses in ein riesiges Musikinstrument verwandeln. Das Gebäude, das 800 Jahre Geschichte in sich trägt, wird zu einer Architectural Soundbox, in deren Inneren sich das Publikum befindet. Der Klang breitet sich nicht nach außen aus, sondern umhüllt die Körper und zirkuliert im Raum. Ist das Instrument größer oder sind die Zuhörer*innen kleiner geworden? Dieser irritierende, surreale Zustand regt dazu an, unser Hören des Raumes selbst zu hinterfragen.
@seylee_0
Klangperformance

2026, Installation: Diaprojektoren, Leinwände, Körperschallwandler, Piezomikrofon, Soundkomposition
Acht Kisten voller Dias und hunderte weitere Unterwasseraufnahmen bilden die Grundlage dieser Arbeit. Jannika Lösche verwebt diese Bilder aus dem Nachlass ihres Großvaters, einem Hobbytaucher, welche in zwei Reisen auf die Malediven und ans Rote Meer aufgenommen wurden, mit ihrer eigenen künstlerischen Praxis. In der Installation verflechten sich die Soundkomposition, die den Ausstellungsraum einnimmt, und die Fotografien, die Korallen, Fische und Unterwasserlandschaften in verschiedensten Formen und Farben zeigen. Sie bilden ein persönliches Archiv, das als Dokumentation teils schon oder bald verlorener Landschaften und Tierwelten darüber hinaus eine Relevanz entwickelt. Diapositive als analoges Ausgangsmaterial bilden einen Gegenpol zu einer von Bilderfluten geprägten Welt, ihre Beschaffenheit als physischer Datenträger verstärkt die Bedeutung der einzelnen Bilder als Dokumentationsobjekt.

2026, Mixed-Reality-Installation
Ein Zuhause ist mehr als nur ein physischer Ort. Es ist ein lebendiges Archiv aus Gesten, Gewohnheiten und Gegenständen, die das Leben ihrer Bewohner*innen widerspiegeln. In The Room of a Thousand Voices nimmt ein solches Archiv die Form eines kubanischen Haushalts an. Das Publikum betritt mit einem VR-Headset einen physischen Raum im Maßstab 1:1. Die virtuelle Ebene offenbart den Raum, wie er einst war, während die Hände den materiellen Verfall der Gegenwart spüren können. Es entsteht ein bewusstes Spannungsfeld zwischen Sehen und Tasten. Anstelle von Text leiten Nähe, Klang, Licht und taktile Reize das Erlebnis.
Einfache Handlungen – Bewegung im Raum, Stillsitzen oder die Hand ausstrecken – lösen unerwartete sensorische Veränderungen aus. Der Raum reagiert auf neugierige Berührungen und verwandelt diese in eine intime Erkundung der einzelnen Objekte. Der gesamte häusliche Lebenszyklus komprimiert sich in einem einzigen, beschleunigten Tag. Der Raum durchläuft drei chronologische Phasen: Leben als Paar in den 1980er-Jahren, Familienleben in den 1990er-Jahren und schließlich die Einsamkeit des Alters.
Die Installation nutzt immersive Technologie, um die Aufmerksamkeit wieder auf die physische Welt zu lenken. In der Kluft zwischen virtueller Wiederherstellung und physischem Verfall wird Erinnerung zu einer greifbaren Präsenz, die sich im Staub, der Schwere und im stillen Widerstand alltäglicher Dinge spüren lässt.
Terminbuchung: Bitte reserviert / reservieren Sie vorab ein individuelles Zeitfenster unter: https://calendly.com/pavelmendez90/the-room-of-a-thousand-voices

2025, Buch, 142 Seiten, in Englisch, Softcover, Berlin: Archive Books. Mit Beiträgen von Leila Orth, Eckehard Schmieder, Brit Purwin, Dessa Ganda, Hafsa Rmich, Jinhyun Kim, Mary Mikaelyan, Shima
Wasser hat die Kraft, uns miteinander zu verbinden, spiegelt die Beziehung zwischen Vergangenheit und Gegenwart wider und eröffnet Raum für Erzählungen, die bislang übersehen wurden.
In ihrem Buch we as water erforscht Leila Orth Wasser als einen Ort der Erinnerung. Acht Menschen erzählen von Ozeanen, Flüssen und Seen sowie von ihren damit verbundenen persönlichen Erinnerungen. Aufbauend auf ihrer langjährigen künstlerischen Auseinandersetzung mit Erinnerungsorten sucht Leila Orth in we as water nach Orten jenseits nationaler Denkmäler und Gedenkstätten, die eine mögliche transnationale Form des Erinnerns eröffnen. Wasser wird dabei zu einem transnationalen Erinnerungsraum, in dem sich vielschichtige Geschichten und Perspektiven überlagern. Es bewahrt die Spuren von Reisenden und Ertrunkenen, den Sand auf dem Meeresgrund sowie die Geschichte der Inseln und Küsten, an denen wir aufgewachsen sind. Es erinnert an unsere Familien, unsere Sehnsüchte, die Vergangenheit, die Kämpfenden, die Toten und die Lebenden.
@leilaorth_
Lesung

Foto: Thea Kleinhempel
2025/2026, Open Book: Birkenholz, Vierkantstahlrohre, Elektronik, Schwanenfeder, Klaviersaite, Drucker-Setzkasten, Verpackungspapiere, selbstgeschöpfte Papiere, 180 x 270 cm / Papiergeister: Stahlsockel, Elektronik, Butterbrottüten, 30 x 15 cm
Die Soundarbeit Open Book besteht aus einem großen Leporello aus Birkenholz und Vierkantstahlrohren. In diesem befinden sich mehrere Elemente, die mithilfe von ESP32-Modulen angesteuert werden: Eine Schwanenfeder schlägt auf eine Klaviersaite, die selbstgeschöpften Papiere fungieren als Lautsprecher, über die Audiofiles abgespielt werden und in einem alten Drucker-Setzkasten bewegen kleine Motoren alte Verpackungspapiere. Ergänzt wird dies durch die Papiergeister – sich um die eigene Achse drehende Butterbrottüten auf Stahlsockeln.

Abb.: Mohamad Moe Sabbah – Yakob El deeb
2026, Mixed-Media-Installation
Im Rahmen des interdisziplinären Projekts Escaping Him präsentiert Mohamad Moe Sabbah eine neue Version seiner Installation. Trip#5_TheRecap ist eine Einladung zu einem musikalischen Zeitsprung. Ausgangspunkt: Ein unheimliches Kabarett. Ziel: Manche nennen es Tod, manche nennen es Hoffnung, andere nennen es ein schwarzes Loch. Transportmittel: Revolution, Erinnerung und ein Hauch von Hoffnung.

2025, Inkjetdruck auf Canson Platine Fibre Rag, 120 x 90 cm / 60 x 80 cm
In ihrer fotografischen Arbeit Where the River Cuts reflektiert Rosa Sadnik ihr Aufwachsen auf der rechten Rheinseite Kölns. Zwischen Inszenierung, Nostalgie und sozialkritischer Reflexion erzählt sie von Kindheit und Jugend in einer stigmatisierten Stadthälfte und davon, wie die Sozialisierung die eigene Identität und das Zugehörigkeitsgefühl prägte. […] Der normativen linksrheinischen Perspektive stellt sie einen Blick von innen gegenüber, der das Aufwachsen und das Leben junger Mädchen in Ostheim, Merheim, Neubrück und Buchheim thematisiert. Ihre nostalgische, teils romantisierende Perspektive impliziert jedoch gleichzeitig auch eine Kritik an sozialräumlichen Bedingungen und an der Marginalisierung durch Stadtplanung. […] Gleichzeitig repräsentieren sie biografische Lebensabschnitte an ihren ehemaligen Wohnorten, die das jugendliche Lebensgefühl rekonstruieren. So gelingt es Rosa, hinter der Inszenierung auch dokumentarische Erinnerungsfragmente und kritische Untertöne zu integrieren. […] Komplettiert werden die Pigmentdrucke von digitalen Mittelformataufnahmen durch Polaroids, die einerseits den nostalgischen Unterton verstärken, aber auch eine Hommage an eigene Archivaufnahmen der Eltern darstellen. Die Arbeit ist somit eine biografische Rückbesinnung, aber auch eine Einladung in ihre Welt, in die Nachbarschaften, Wohnungen und zu den Menschen, die diese prägen. In ihrer Arbeit entsteht somit eine Brücke, die die andere und fremde Seite ein Stückchen vertrauter macht. (Text: Pablo Plum)

2025, VR-Installation
Alexandra Sakirs künstlerische Schwerpunkte liegen auf Malerei, Performance und Medienkunst. In großformatigen Tuschearbeiten entwickelt sie maskenhafte, vieläugige Bildwelten, die aus Bewegung und inneren Zuständen entstehen. Ihre Praxis ist von meditativer Wahrnehmung und der Philosophie der Leere geprägt. Der Körper erscheint darin nicht als Figur, sondern als transformiertes Feld von Gesten und Wahrnehmung.
Ihr Diplomprojekt Introduction to Rigpa, basiert auf der buddhistischen Dzogchen-Philosophie und erforscht nicht-duales Bewusstsein sowie Wahrnehmung jenseits des konzeptuellen Denkens. Die VR-Installation schafft eine immersive Umgebung, in der Klang, Raum und interaktive digitale Elemente das Publikum zu einem offenen, nicht identifizierten Bewusstsein führen.
@alexandra.sakir

Abb.: Mycelica, 2025 (Pilzleder, Papyrus, 14 x 15 cm)
2026, mehrteilige Rauminstallation
The edge of my cap is being cut away. It gradually decays, flowing down, down along my body. Having conquered even the annulus of my fruiting body, it descends further, further away. Moving toward my own end that is even unknown to myself, it finally pried open the door of the solid world. The moment it touched this world, it could no longer remain itself—it became us. This is an overflow. Even if it crawls out from a heap of corpses, it has already become a single cluster or multiple clusters. The mass thins like thread, gathers again, thins like thread, gathers again, thins like thread, gathers again, then thins once more—and it begins to function as part of the world. It devours everything from death, swelling its body.
Pilze breiten ihre Hyphen aus und verflechten die Räume zwischen sich und anderen Lebewesen. Sie begegnen einander an ihren Oberflächen und sind auf so tiefe Weise miteinander verbunden, dass die Grenze zwischen dem Selbst und dem Anderen verwischt. In ihrer gegenseitigen Durchdringung lässt sich kaum noch zwischen einzelnem Organismus oder Kolonie unterscheiden. Fungyo ist eine Religion der Pilze, ihre Lebensweise transformiert sich zu einer Form der Religion.
In Fungyo – einem Kofferwort aus Fungus, der lateinischen Bezeichnung für Pilz, und dem koreanischen Wort Gyo für Religion – lernen wir, einander zu verstehen, indem wir einander anschauen, berühren, zuhören und gegenseitig tief in unsere Lungen atmen. Unsere Vorstellung von Grenzen, von denen wir lange geglaubt haben, dass sie zwischen uns und anderen fest bestehen, wird erschüttert und aufgelöst.

2026, Hörstück, 37:49 min, Sounddesign: Maximilian Hurlebaus Skulptur: Beton, Samt, Messing, Stahl, 8 x 5 x 3 cm
Weltraumradio SATINFUNK von Kamala Dubrovnik ist ein immersives Audioformat an der Schnittstelle von Musik, Hörspiel und experimenteller Klangkunst: In einer eigenständigen akustischen Welt verweben sich anspruchsvoll komponierte Stücke aus Spoken Word und Neo Soul mit Hörspiel-Szenen, poetischen Textflächen und surreal-humorvollen Interventionen. Im Zentrum stehen feministische, empowernde Liedtexte, die persönliche Erfahrungen wie die Überwindung traumatischer Erfahrungen im Patriarchat mit gesellschaftlichen Perspektiven verbinden. Als verbindendes Element fungiert ein fiktives Radio mit Eigenleben, das Weltraumradio, welches sich immer wieder unvermittelt einschaltet, Frequenzen wechselt und die Hörer*innen durch unterschiedliche Räume und Ebenen des Programms und in mitunter absurde Hörsituationen führt.
Das Projekt ist multimedial und besteht aus 3 Komponenten: einem Hörstück, einem Booklet mit Texten sowie einer limitierten Edition von Radioskulpturen im Kleinformat.
Tune in at weltraumradio.de
Im Rahmen des Rundgangs sind szenische Listening Sessions geplant.

Foto: Jeongan Choi
2026, Installation: beschichteter Bristolkarton, Garn, InkJet-Druck auf Papier, 180 x 100 x 0,70 cm
not-yet-sound richtet den Blick auf die persönlichen und individuellen Prozesse, die klanglicher Erfahrung vorausgehen und diese zugleich formen. Die Arbeit untersucht, wie Erinnerung und Wahrnehmung das Erleben von Klang beeinflussen und wendet sich dabei Aspekten der Aufmerksamkeit, Intuition und individuellen Dispositionen zu. (Schall-)Trichter bilden leere Gefäße, die diese Erfahrungen in sich aufnehmen. Ihr Potenzial als „Instrument des Hörens“, als Werkzeug, das die persönliche Klangwahrnehmung zugleich fokussiert und erweitert, macht sie zum zentralen Element der Arbeit.

Foto: Doris Treitz
2025, Buch, Kassette, Installation
Elysis ist ein autofiktionaler, fragmentarischer Roman über Identität, Migration, Bürokratie und sprachliche Entfremdung. Der Text folgt einer deutsch-vietnamesischen Erzählerin durch eine surreale Abfolge aus Behördenräumen, Erinnerungen und inneren Prüfungen. Ihre Existenz wird darin durch Dokumente, Sprache, Familie und gesellschaftliche Zuschreibungen immer wieder infrage gestellt.
Zwischen kafkaesker Verwaltungslogik, familiären Traumata und diasporischer Erfahrung entsteht ein literarischer Raum, in dem Zugehörigkeit nie stabil ist, sondern permanent verhandelt werden muss. Der Text verbindet persönliche Erinnerung mit absurdem institutionellem Theater und untersucht, wie sich Kontrolle, Scham und Nicht-Zugehörigkeit in Körper, Sprache und Wahrnehmung einschreiben.
Zur Arbeit gehören außerdem eine Installation und eine Kassette mit einem Soundpiece. Für die Installation wurden drei Instrumente mit Stahl versehen und ausgestellt; sie erscheinen wie fragile Rüstungen – Schutzkörper, Klangkörper und Beweisstücke zugleich. Dieselben Instrumente wurden für das Soundpiece genutzt, in dem sich eigens geschriebene Soundtracks, Radiostörungen und Aufnahmen aus einem Traumtagebuch verbinden. Einzelne Traumszenen sind in das Buch eingeflossen und verschieben dort die Grenze zwischen Erinnerung, Fiktion und innerer Wirklichkeit.
Während des Rundgangs liest Elyot A. Trinh aus Elysis.
Die Lesung wird von Mia Hofner moderiert.

2026, Installation, Community Space, Workshops, Potluck
Im Rahmen des Diplomprojekts Food Memorabilia setzt sich Claude Wear mit den Themen Essen und Erinnerung sowie der Rolle von Essen in sozialen Gemeinschaften auseinander. Eine große Bedeutung für die Entwicklung von Esskulturen kommt in diesem Zusammenhang der Fermentierung zu. Im Rahmen der Recherche beschäftigte sich Wear insbesondere mit Koji und dessen Rolle bei der Herstellung von Miso und nutzte dies anschließend als zentralen Ausgangspunkt für mehrere Workshops, in deren Zentrum das gemeinsame Kochen und Essen in der Gemeinschaft stand sowie eine Auseinandersetzung mit der Freude am gemeinsamen Genuss von Speisen.
Fermentation Station