Internationale Animationskunst: Ali Soozandeh

KHM
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Der abendfüllende Animationsfilm "Teheran Tabu", hergestellt im Rotoskopie-Verfahren mit echten Schauspielern, wurde 2017 in Cannes uraufgeführt und ist die erste Regiearbeit des in Brühl lebenden Animationskünstlers.

Ali Soozandeh präsentiert seinen preisgekrönten Debütfilm „Teheran Tabu“ (2017, 96 Min.). Der Animationsfilm über das Leben von drei Frauen und einem Mann in der Hauptstadt Irans zwischen Sex, Korruption, Drogen und religiösen Regeln feierte seine Premiere bei den Filmfestspielen Cannes 2017. Der 1970 im Iran geborene Filmemacher studierte Kunst bevor er 1995 nach Deutschland emigrierte und an der TH Köln ein Studium zum Diplom-Ingenieur absolvierte. Als Animationskünstler war er u. a. an den preisgekrönten animierten Dokumentarfilmen „Green Wave“ (2010, Regie: Ali Samadi Ahadi) und „Camp14“ (2012, Regie: Marc Wiese) beteiligt. Im Anschluss an die Vorführung spricht Isabel Herguera, Vertretungsprofessorin für Künstlerische Animation an der KHM, mit Ali Soozandeh.

Inhalt: Pari, Babak, Sara und Donya leben in der iranischen Hauptstadt Teheran. Um den Lebensunterhalt für sich und ihren fünfjährigen Sohn Elias zu verdienen, arbeitet Pari als Prostituierte und verkauft ihren Körper an einen einflussreichen Richter, der ihr vermeintlich zu einem besseren Leben verhilft. Von einem schöneren Leben träumt auch ihre Nachbarin Sara, die ein gehorsames Hausfrauendasein unter ihrem Mann und seinen strenggläubigen Eltern fristet, aber viel lieber wieder arbeiten gehen würde. Der jungen Donya steht ein ähnliches Schicksal bevor. In wenigen Tagen wird sie heiraten. Trotzdem lässt sie sich auf eine Nacht mit dem jungen Musiker Babak ein und verlangt hinterher von ihm, für eine Operation zu zahlen, die ihre Jungfräulichkeit wiederherstellt. Nur wo soll der arme Student das Geld hernehmen und wie die staatlichen Kontrollorgane umgehen? Vier Schicksale, die eng miteinander verflochten sind, vier Menschen, die alle auf ihre Weise unter den restriktiven Gesetzen des Gottesstaats zu leiden haben.

"Teheran Tabu" (Animationsfilm, 2017, 96 Min.) Regie und Drehbuch: Ali Soozandeh; Kamera: Martin Gschlacht; Ton: Janis Grossmann; Schnitt: Frank Geiger, Andrea Mertens; Musik: Ali N. Askin; Art Direction: Ali Soozandeh; VFX Supervisors: Ali Samadi Ahadi, Christian „Pingo“ Schiffler; Head of Digital Painting: Alireza Darvish; Lead Shading/Texturing Artist: Carlos Cursaro; Schauspieler: Elmira Rafizadeh, Zar Amir Ebrahimi, Arash Marandi, Bilal Yasar; Produktion: Little Dream Entertainment (Germany), coop99 (Austria); Produzenten: Frank Geiger, Ali Samadi Ahadi, Mark Fencer, Armin Hofmann; Co-Produzenten: Antonin Svoboda, Bruno Wagner; Co-produziert von: ZDF, ARTE, ORF; Redaktion: Christian Cloos (ZDF), Doris Hepp (Arte), Heinrich Mis (ORF); Mit Unterstützung von: Film- und Medienstiftung NRW, Österreichisches Filminstitut, Deutscher Filmförderfonds, Filmfonds Wien, Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, FISA – Filmstandort Austria, Hessen Film und Medien; Verleih: Camino Filmverleih

Im Studienschwerpunkt Animation an der Kunsthochschule für Medien Köln lehren Isabel Herguera, Vertretungsprofessorin für Künstlerische Animation, Zilvinas Lilas, Professor für 3D-Animation und Tanja de León Yong, künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin. Die Animation an der KHM versteht sich als eine immer wieder neu zu entwickelnde Kunstform, in der handwerkliches und gestalterisches Können ebenso gefordert ist wie der Wille zum Experiment und zum künstlerischen Wagnis. Weitere Informationen hier 


Editor — Ute Dilger
Zum Trailer von "Teheran Tabu" von Ali SOOzandeh
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TEHERAN TABU Trailer deutsch
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