
Ehemalige Kolleg*innen und Absolvent*innen erinnern sich in verschiedenen Beiträgen an den Filmemacher, Autor und Produzenten Prof. Thomas Schmitt, der im März 2020 verstorben ist.
Im Rahmen des Ausstellungs- und Rechercheprojekt Archiv in Motion #1, das in loser Folge Artefakte, Menschen, Themen und Ereignisse aus der 35-jährigen Geschichte der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) in den Blick nimmt, laden wir am Freitag, den 23. Januar 2026, um 19 Uhr, herzlich ein zu einem gemeinsamen Abend in Gedenken an Thomas Schmitt.
Ehemalige Kolleg*innen und Absolvent*innen erinnern sich auf Initiative von Prof. Dietrich Leder, Prof. Oliver Schwabe und der KHM-Absolventin Kirsten Glauner in individuellen Beiträgen an den Filmemacher, Autor und Produzenten Thomas Schmitt, der von 1995 bis 2016 als Professor für Dokumentarfilm und Fernsehessay an der KHM lehrte und 2020 verstorben ist:
Thomas Schmitt, der am 28. März 2020 im Alter von 70 Jahren nach längerer Krankheit starb, nahm 1994 am Symposium „Einbildungskräfte“ teil, mit dem die KHM ihren grundständigen Studiengang eröffnete. Der Dokumentarist und Produzent Schmitt war zu diesem Zeitpunkt einer der innovativsten Regisseure, die mit dem neuen Produktionsmedium Video arbeitete. Er selbst beschäftigte sich in seinen Filmen immer wieder mit der Popkultur und den Avantgarde-Künsten – in Künstler-Porträts, in sozialen Beobachtungen der Jugendkultur und im Videoclip. Sein reiches Archiv der Konzert- und Performance-Aufnahmen war noch bis kurz vor seinem Tod Anlaufstelle für viele, die über die Künste der 1970- bis 2000er-Jahre arbeiteten. 1995 wurde er von der KHM zum Professor für Fernseh-Essay berufen. Er hatte seit 1989 mit seiner Reihe „Freistil“ so etwas wie ein popkulturelles Magazin der Geisteswissenschaften kreiert. Zur Musik der Zeit, die er in kurzen Konzertmitschnitten oder eben Videoclips zeigte, montierte er Ausschnitte von Gesprächen zu Themen, die sich nicht unbedingt auf den ersten Blick erschlossen, sondern erst durch seine Montage der ungewöhnlichen Bilder und Töne ihre Bedeutung entfalteten. In der KHM betreute er viele dokumentarische Arbeiten – von Filmen bis zu Kunstobjekten. So finden sich auf vielen später ausgezeichneten Diplomfilmen sein Name als Betreuer.
Als Thomas Schmitt 2020 starb, befand sich die deutsche Gesellschaft wegen der Corona-Pandemie in kollektiver Quarantäne. Seiner in einer öffentlichen Trauerfeier zu gedenken, war unmöglich. So holt die Veranstaltung, auf der nun an ihn und seine Videoarbeiten erinnert wird, auch etwas nach, was vielen wichtig ist: die öffentliche Erinnerung an den Freund, den Filmemacher, den Fernsehpionier und den Hochschullehrer Thomas Schmitt. (Text: Dietrich Leder)
Dietrich Leder war von 1994 bis 2021 Professor für Dokumentarfilm/fiktionale Formen/Unterhaltung an der KHM.
Oliver Schwabe ist Absolvent der KHM (1998) und seit 2019 Vertretungs-Professor für Fernsehdramaturgie / kreative Fernsehproduktion an der KHM.
Kirsten Glauner ist Absolventin der KHM und schloss 1996 mit dem Dokumentarfilm „Einundzwanzig“ ihr postgraduales Studium an der KHM ab.