
Der Kölner Musiker, DJ und Elektorinktüftler ist zu Gast auf Einladung des Klanglabors der KHM. Moderation: Dr. Tobias Hartmann.
Selbstentwickelte Synthesizer und eigens entworfene Effektpedale bilden die Grundlage des Bühnenprogramms von Alexis Ludwig. Ergänzt durch eine präparierte Akustikgitarre, Field Recordings sowie ungewöhnliche Spieltechniken und mechanische Eingriffe entsteht ein vielschichtiges Klangbild zwischen maschinenhaften Drones, flirrenden Texturen und improvisierter Geräuschmusik. Analoge und digitale Klangquellen greifen ineinander, überlagern sich und erzeugen dichte, sich stetig wandelnde Atmosphären. Samples und verfremdete Spracheinlagen setzen fragmentarische Akzente und reagieren auf gesellschaftliche Spannungen, ohne dabei eindeutige Antworten oder Botschaften vorzugeben.
Statt klassischer Songstrukturen entwickeln sich offene Klangräume, in denen Wiederholung, Zufall und kontrollierte Eingriffe gleichermaßen eine Rolle spielen. Die Performances entstehen vollständig live und folgen keiner festen Komposition. Trotz improvisierter Herangehensweise entstehen wiederkehrende Muster und Spannungsbögen, die jeder Aufführung eine eigene Dynamik verleihen. So bleibt jedes Konzert einmalig — roh, experimentell und unmittelbar.
Alexis Ludwig (*1978 Leipzig) tritt seit 2002 unter dem Namen "funkenfluch" auf. Erste Soloauftritte führen zu einem mehrjährigen Engagement im Leipziger Club BimboTown. Es folgen zahlreiche Performances im öffentlichen Raum – auf Radwegen, in Kaufhäusern oder an Schnellstraßen. Mit der von ihm entwickelten Kunstfigur "Graneg Sandpapier" rückte ab 2018 die performative Dimension stärker in den Fokus. Improvisierte Klangstücke und Kompositionen entstehen, in denen sich seine aktuelle Lebensrealität spiegelt. Dabei kommen Field Recordings ebenso zum Einsatz wie flirrende Gitarrendrones.
2021 gründet er das Mikro-Label "Eremitenteam", das Tonträger, Texte und elektronische Geräte in Kleinstauflage veröffentlicht. Hier entstehen künstlerisch gestaltete Kassetten und CDRs, darunter:
Unter dem Labelnamen "eremitenteam presents" kuratiert er zudem eine Konzertreihe mit experimenteller und improvisierter Musik und lädt nationale wie internationale Gäste ein. Im Frühjahr 2025 organisierte er gemeinsam mit den Projekten N (D) und La Zza Ro (Belgien) die "eremitenteam spring tour" mit Stationen in Leipzig, Dresden, Köln und dem Ruhrgebiet. Dabei tritt er mit der Kunstfigur Graneg Sandpapier in Erscheinung. Im Rahmen dieser Tour wird das Projekt w/organ geboren, welches einen Zusammenschluss der drei Projekte darstellt und erste gemeinsame Auftritte beinhaltet.