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HEIMSPIEL zeigt: Gecenin Kıyısı (Edge of Night)

KHM
Berk Hakman und Ahmet Rıfat Şungar in "Edge of Night"

Die Filmreihe Heimspiel präsentiert den Debütfilm "Gecenin Kıyısı" des KHM-Absolventen Türker Süer. Der Spielfilm feierte seine Weltpremiere 2024 bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig. Der Kölner Verleih Real Fiction brachte den Film im vergangenen Jahr in die Kinos.

Mittwoch, 14. Januar 2026, 19 Uhr
Aula der KHM
Filzengraben 2, 50676 Köln, Eintritt frei
Moderation: Vertretungsprof. Dr. Melanie Andernach

Der Debütfilm des KHM-Absolventen Türker Süer „Gecenin Kıyısı“ (2024, 85 Min.) feierte seine Weltpremiere bei den Filmfestspielen Venedig 2024 und gewann mehrere Preise bei internationalen Filmfestivals. Im vergangenen Jahr brachte ihn der Verleih Real Fiction in die deutschen Kinos. Der Film wurde als Koproduktion von Match Factory (Viola Fügen, Michael Weber), Liman Film (Nadir Öperli), dem Westdeutschen Rundfunk (Redaktion: Andrea Hanke) in Zusammenarbeit mit ARTE (Redaktion: Birgit Kämper) hergestellt und von der Film- und Medienstiftung NRW, dem DFFF und Eurimages gefördert. 


Türker Süer erzählt die Geschichte von Sinan, einem jungen Leutnant der türkischen Armee, der den Auftrag erhält, seinen Bruder Kenan an ein Militärgericht auszuliefern. Belastet durch den tragischen Tod ihres Vaters begeben sich beide Brüder auf eine Reise durch ein Land, das von politischen Unruhen geprägt ist. Als sie sich über ihre Haltungen auseinandersetzen, werden Sinans Überzeugungen in der Nacht des Putsches auf die ultimative Probe gestellt. In einem Land, in dem der Staat absolute Loyalität verlangt, müssen die Brüder entscheiden, ob sie bereit sind, die Opfer zu bringen, die ihre Pflicht und ihr Gewissen erfordern.


„Die Türkei war schon immer ein Land der Gegensätze, doch heute scheint sie gespaltener denn je. Misstrauen und unversöhnliche Fronten prägen die Gesellschaft. Mich interessiert, was es bedeutet, in einer Gesellschaft zu leben, in der jeder schnell verdächtig werden kann. Wo der Staat absolute Loyalität zu verlangen scheint. Welche Überlebensstrategien entwickeln Menschen? Assimilation oder Rebellion? Was sind sie bereit zu opfern? Dabei spiegeln Familienkonflikte oft die gesellschaftlichen Risse wider. Diese Widersprüche faszinieren mich und ich kehre in meiner Arbeit immer wieder zu ihnen zurück. Aufgewachsen in Deutschland mit türkischen Wurzeln, kenne ich das Gefühl, dass Akzeptanz jederzeit entzogen werden kann – als lebe man auf Bewährung. Genau damit sind auch beide Brüder konfrontiert: ständige Überwachung und das Gefühl, jederzeit alles verlieren zu können. Die Geschichte mag in der Türkei spielen, doch ihre Fragen sind universell: Wie verhalte ich mich in einem zunehmend autoritären System, das abweichende Lebensentwürfe unterdrückt? Es geht um die Unmöglichkeit, man selbst zu sein. Auf diese Weise spiegelt die Geschichte aktuelle globale Tendenzen der Polarisierung und Unsicherheit in persönlichen Beziehungen wider. Die beiden Brüder mit all ihren Unterschieden sowie die übrigen Figuren zeichnen ein vielschichtiges Bild der Gesellschaft – einer Gesellschaft, die Gefahr läuft, ihre Menschlichkeit zu verlieren.“ (Regie-Statement)


Im Rahmen der Filmreihe „Heimspiel" werden in der hochschuleigenen Aula der Kunsthochschule für Medien Köln regelmäßig Debütfilme von Absolvent*innen präsentiert. Im Anschluss berichten die anwesenden Regisseur*innen und Bildgestalter*innen im Gespräch mit Lehrenden über die Entwicklung und Realisierung ihrer ersten Langfilme nach dem Studium an der KHM.

„Gecenin Kıyısı“ / „Edge of Night“
Spielfilm von Türker Süer
Deutschland/Türkei, 2024, 85 Min. | FSK: ab 12
Türkische Sprache mit englischen/deutschen UT

Regie und Buch: Türker Süer; Schauspiel: Ahmet Rıfat Şungar, Berk Hakman, Mert Tümer, Serkan Ilgaz, Yılmaz Gökgöz, Eda Akalın; Kamera: Matteo Cocco; Schnitt: Rainer Nigrelli (BFS); Musik: Ozan Tekin; Ton: Hasan Can Kaya; Ausstattung: Meral Efe Yurtseven, Yunus Emre Yurtseven; Kostüm: Damla Turan; Maske: Çiğdem Uzundağ; Sounddesign: Jan Petzold; Produktion: Viola Fügen und Michael Weber (MFP), Nadir Öperli (Liman Film) in Koproduktion mit dem WDR und in Zusammenarbeit mit Arte; Redaktion: Andrea Hanke (WDR), Birgit Kämper (ARTE); Förderung: Film- und Medienstiftung NRW, DFFF, Eurimages; Vertrieb: Match Factory; Kinoverleih: Real Fiction


Türker Süer studierte Regie und Drehbuch an der Kunsthochschule für Medien Köln. Während dieser Zeit drehte er mehrere Kurzfilme, die auf internationalen und nationalen Festivals gezeigt wurden. Sein Abschlussfilm „Brüder“ wurde unter anderem für den First Steps Award und den Max Ophüls-Preis nominiert und erhielt das Prädikat „besonders wertvoll“ (FBW). Er nahm am Berlinale Talent Campus teil und erhielt ein sechsmonatiges Stipendium an der Cité Internationale des Arts in Paris. Sein Debütfilm „EDGE OF NIGHT“ feierte seine Weltpremiere bei den Internationalen Filmfestspielen Venedig 2024 in der Sektion „Orizzonti Extra“. Die Nordamerika-Premiere fand beim Toronto International Film Festival 2024 statt. Beim renommierten Filmfestival Adana Golden Bowl wurde der Film mehrfach ausgezeichnet und anderem mit dem Yilmaz-Güney-Award.

Editor — Ute Dilger
  • Trailer "Edge of Night"
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