
Am 15. Februar wurde „Overwork“ von KHM-Absolventin Céline Berger mit dem Preis der deutschen Filmkritik in der Kategorie „Bester Experimentalfilm“ ausgezeichnet.
Am 15. Februar 2026 wurde der Preis der deutschen Filmkritik in der Akademie der Künste in Berlin verliehen. Unter den Nominierten waren in diesem Jahr sieben Absolvent*innen der KHM. Der Preis in der Kategorie „Bester Experimentalfilm“ ging an „Overwork“ von KHM-Absolventin Céline Berger. Der Film ist ihr erster Experimentalfilm nach Abschluss des Studiums und entstand mit Unterstützung der KHM.
„Céline Bergers „Overwork“ entwickelt anhand von 16mm-Lehrfilmen der Bundesagentur für Arbeit eine Sprache, die silbenweise schneidet. Filme, die in den 1970er- und 80er-Jahren der Repräsentation von Arbeit dienten, werden von Berger erst in reine Handlungen zerlegt, um sie dann zu neuen Betonungen aneinanderzureihen, zu verzerren oder ohne Auflösung enden zu lassen. Damit verschiebt Berger den repräsentativen Aspekt der Filme zugunsten einer anderen Vermittlung, die Handeln am und im Leben selbst freilegt und es als ein Werkzeug zur Verständigung im Umgang mit der Welt begreift“, heißt es in der Jurybegründung des Preises.
Der Preis der deutschen Filmkritik ist der einzige deutsche Filmpreis, der ausschließlich von Kritiker*innen vergeben wird. Er richtet sich nicht nach wirtschaftlichen, länderspezifischen oder politischen Kriterien, sondern ausschließlich nach künstlerischen, und hat ein großes Renommee. Grundlage für die Berücksichtigung zum Preis der deutschen Filmkritik ist ein offizieller Kinostart.
Céline Berger arbeitete nach ihrer Ausbildung in Physik und Materialwissenschaften von 1997 bis 2008 für verschiedene internationale Mikroelektronikunternehmen als Produktions- und Projektingenieurin. Sie schloss 2012 ihr Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln ab und war 2012-13 Stipendiatin der Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam. 2012 erhielt sie den Nam June Paik Newcomer Award. Céline Berger lebt und arbeitet in Köln.
„Overwork“ - Experimentalfilm von Céline Berger
D, 2025, 10 Min.
Der Found-Footage-Kurzfilm „Overwork“ bietet eine persönliche Neuinterpretation einer Lehrfilmsammlung im 16-mm-Format der Bundesagentur für Arbeit.
Die Bundesagentur für Arbeit produzierte von den 1970er bis zu den 1990er-Jahren zahlreiche Kurzfilme im 16mm-Format, die verschiedene Berufe vorstellen sollten. Jeder dieser Filme dokumentiert detailliert einen bestimmten Beruf: Textilmaschinenführer*in, Forsttechniker*in, Krankenhausbetriebstechniker*in, Audiometrieassistent*in, Feinmechaniker*in, Keramikmodellbauer*in und so weiter.
Die Darstellung der Arbeitswelt im Originalmaterial wirkt kohärent und geradlinig. Der Voice-Over-Kommentar passt perfekt zum Bild – man hört genau das, was auf dem Bildschirm zu sehen ist. Ausgehend von diesen eindeutigen Abläufen verstärkt „Overwork“ repetitive Handlungen und Prozesse, um die zugrunde liegenden Dimensionen der Arbeit sichtbar zu machen, in denen Langeweile und Gewalt in ständiger Spannung bis zur Erschöpfung stehen.