Course Catalogue WS 2024/25
schauen zeichnen/schreiben denken
Main course / Diploma 2, PhD students
| 20.04.23 | | Thursday | Wöchentlich | 10:00 - 13:00 | Filzengraben 8-10, exMedia Lab 4.03 |
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20.04.23 |
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Thursday |
Wöchentlich |
10:00 - 13:00 |
Filzengraben 8-10, exMedia Lab 4.03 |
Die Schrift kann als Sonderfall des Zeichnens gelten, wie es im Begriff der „Aufzeichnung“ noch anklingt. Doch wie hängen bemerken und notieren, unterscheiden und bezeichnen, sammeln und ordnen zusammen? Was wird in der Aufzeichnung erst erzeugt und was ist schon vorher da? Wie stehen absichtsvolle Markierung und unvermeidliche Spur zueinander?
Wir erkunden diesen Komplex im Interesse, unser Repertoire des Zeichnens und Schreibens als Prozess der „Selbstaufzeichnung“ (Wittmann) zu beobachten und experimentell zu erweitern. Gemeinsam nähern wir uns der Praxis und dem Diskurs zur „Diagrammatologie“ (Krämer). Untersucht werden Diagramme als Arbeitsmittel und Werkbestandteil von Paul Klee und Joseph Beuys über Marc Lombardi bis zu Forensic Architecture, ergänzt durch theoretische Bezüge wie den „Existential Graphs“ (Peirce), „Discourse, Figure“ (Lyotard) und „Denken/Ordnen“ (Perec).
Leitende Fragen können sein: Wie bedingen sich für uns Entwerfen und Erkennen? Wie weit denken Hände und Augen, Medien und Situationen, Seh- und Leseerfahrungen mit? Welche Prägungen bestimmen unseren Normalfall und welche Möglichkeiten gewinnen wir durch neue Haltungen und Methoden? Und schließlich: Welchen Wert gewinnt das Widerständige und Unzugängliche, Unsichtbare und Verdeckte? Wie integrieren wir „Verunschärfung oder Entfigurierung“ (Ott)?