
„Steine in den Medien“ ist ein forschungsbasiertes Kunstprojekt, das sich auf die Geschichte der Gesteine und ihrer Anwendungen konzentriert. Gesteine sind grundlegende Bestandteile der Erde, die sich durch geophysikalische Prozesse aus Elementen wie Silizium gebildet haben. Sie können als materielle Manifestationen eines kosmischen Gedächtnisses von der Entstehung der Erde bis in die Gegenwart verstanden werden. Seit Beginn der Menschheitsgeschichte haben Menschen versucht, aus den Farben, Formen, Mustern und Texturen dieser stummen Materie Bedeutungen zu „lesen“ – wissenschaftliche Eigenschaften ebenso wie ursprünglich nicht enthaltene Erzählungen. Genauer gesagt: gerade, weil der Mensch begann, „Steine zu lesen“, konnte Geschichte überhaupt erst beginnen. Dass die älteste Epoche als „Altsteinzeit“ bezeichnet wird, verdeutlicht, dass die Entstehung der ersten Steinwerkzeuge vor rund 250.000 Jahren in Afrika ein entscheidendes Ereignis für den Beginn der Geschichte war. Von diesen frühen Werkzeugen ausgehend bis hin in die Moderne bilden Mineralien nach wie vor zentrale Bestandteile menschlicher Technologie. Darüber hinaus hatten Gesteine auch als Objekte des Glaubens und als religiöse Werkzeuge eine zentrale Bedeutung. Durch die Untersuchung dieser vielfältigen Anwendungen spüre ich den Wurzeln von Spiritualität und Kreativität nach und erforsche, wie der Mensch seit jeher mit Gestein interagierte und wie sich diese Praktiken bis in die Gegenwart entwickelt, verändert oder auch verloren haben. Das Projekt „Steine in den Medien“ ist die Summe dieser Recherchen und umfasst die schriftliche Arbeit “Stein und Mensch”, die generative Installation “Hyperpurelith” und die Videoinstallation “Stone draws on stone.”