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Authors:
Supervision:
Erstprüfer: Jörn Etzold
Institut für Theaterwissenschaft
Ruhr-Universität-Bochum. Zweitprüferin: Isabell Lorey
Professorin für Queer Studies in Künsten und Wissenschaft
Kunsthochschule für Medien
Köln.
A production of the Academy of Media Arts Cologne.
Source:
Archiv Kunsthochschule für Medien Köln
Copyright: KHM / Autoren
Kontakt: archiv@khm.de

GELUM oder widerständige Lebenspraxen in Benommenheit

Cover image of the project GELUM oder widerständige Lebenspraxen in Benommenheit
Authors:
  • Helen Brecht
Authors:
Year: 0000
Categories: Text / Book / Print, dissertation
In meiner Dissertation entwickle ich plurale Denkweisen eines benommenen Selbst- und (Um-)Weltbezugs. Ausgangspunkt bildet meine Erfahrung der Depersonalisation/Derealisation (DP/DR) und der Dissoziation. Den Betroffenen der DP/DR erscheinen das Selbst, der Körper und die Umwelt laut dem ICD als „unwirklich oder wie in weiter Ferne oder automatisiert“. Die depersonalisierte-derealisierte Wahrnehmungs- und Seinsweise äußert sich in einer Differenz, die sich jedoch nicht klar bestimmen lässt: Das Grün der Blätter ist nicht mehr grün, aber dennoch grün. Ziel der Arbeit ist diese verschobene, in sich selbst aufgespannte Seinsweisen, die ich als krisenhafte Transformation der Verfasstheit von Subjektivität und Realität verstehe, aus einer zugleich involvierten und theoretischen Position zu beschreiben. Anstelle der klinischen Fachbegriffe setze ich den Begriff Benommenheit ein. Dieser erlaubt mir eine Verbündung meiner Erfahrung der DP/DR/Dissoziation mit anderen Benommenheiten, ausgelöst durch systemische Körperkrisen (Brainfog bei ME-CFS oder das Morbus-Parkinson-Symptom, u.a.) oder durch Krisen der Existenz in autoritär-repressiven politischen Systemen. Ich frage also, welche Modi des Benehmens aus multiplen Benommenheiten erwachsen und ob dieses Benehmen als mikropolitisches „Handeln“ in krisenhaften Zeiten beschrieben werden kann. Weiter frage ich, inwieweit aus einem Agieren in Benommenheit eine ästhetische „Praxis“ entsteht, die in brüchiger Imagination, instabile Welten hervorbringt, die sich Dogmen eines festen Weltgefüges widersetzt. Mein zentraler methodischer Einsatz ist die Entwicklung einer poetischen und performativen Schreib- und Denkweise. Die benommenen Seinsweisen, lassen sich, meiner Ansicht nach, nicht durch eine Sprache fassen, die sich allein auf ihre repräsentierende Funktion stützt und die eine stabile referenzielle Welt voraussetzt. Es bedarf hierfür vielmehr einer sprachlichen Methode, die selbst hervorbringt und das Hervorgebrachte in der Schwebe hält. Mein Vorhaben, in anderen Worten: Das Benommene vom Klinischen, ins Theoretische, ins Praktische, ins Poetische walken, wie einen Teig, der sich in je anderen Umgebungen, unter je anderen Bedingungen, anders verhält, benimmt.
Supervision:
Erstprüfer: Jörn Etzold, Institut für Theaterwissenschaft, Ruhr-Universität-Bochum. Zweitprüferin: Isabell Lorey, Professorin für Queer Studies in Künsten und Wissenschaft, Kunsthochschule für Medien, Köln.
Authors:
  • Helen Brecht
A production of the Academy of Media Arts Cologne.
Source:
Archiv Kunsthochschule für Medien Köln
Copyright: KHM / Autoren
Kontakt: archiv@khm.de
Cover image of the project GELUM oder widerständige Lebenspraxen in Benommenheit
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