
„Zwei Riesen, die es hier gibt – ein deutsches Märchen“ konfrontiert uns mit der rechtsgerichteten spirituellen Bewegung in Deutschland, die während der Corona-Pandemie starken Zulauf erhielt. In symbolischen Begegnungen, wie einer Zugfahrt vorbei an der Lorelei, untermalt mit Wagners Walkürenritt, werden Original-Tonaufnahmen aus der rechtsextremen.Verschwörungsszene der visuell beeindruckenden Ästhetik deutscher Märchen gegenübergestellt.
In Anlehnung an Grimms „Hänsel und Gretel“ erkundet der Film den beunruhigenden Wandel vom unschuldigen Glauben an Gnome und Feen in das gefährliche Reich der Überzeugung einer jüdischen Weltverschwörung. Dabei stellt sich die Frage, ob der wohlige Spiritualismus nicht bloß als trojanisches Pferd für ein antisemitisches, rassistisches und frauenverachtendes Weltbild fungiert.