
Der erste lange Dokumentarfilm des KHM-Studenten Vincent Graf „Nonna“ eröffnet die 28. Ausgabe des Kölner Dokumentarfilmfests. Nach seiner NRW-Premiere im Kölner Filmhaus wird der Film auch in Düsseldorf, Essen, Brühl und Dortmund gezeigt.
Das Dokumentarfilmfest „Stranger than fiction“ präsentiert jährlich im Januar eine Auswahl von herausragenden internationalen Dokumentarfilmen sowie die wichtigsten Dokumentarfilme aus NRW des Vorjahres.
Die Vorführungen finden in Köln und in weiteren ausgewählten Kinos in NRW statt. Die Festivalleiter Joachim Kühn und Dirk Steinkühler schreiben über das diesjährige Programm: „Mit der 28. Ausgabe von STRANGER THAN FICTION blicken wir wieder in die Zukunft des Dokumentarfilms. Es ist zu bemerken, dass die Vielfalt der Themen und Darstellungsweisen kaum jemals größer waren als zurzeit. (...)"
In diesem Jahr eröffnet erstmals ein Dokumentarfilm der Kunsthochschule für Medien Köln das Festival: „Nonna“ (2025, 72 Min.) ist der erste Langfilm des Postgraduierten Vincent Graf im Studium an der KHM.
"Nonna" feierte seine Weltpremiere im Wettbewerb des Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm 2025 und ist nun erstmals in Köln und NRW zu sehen.
Kulturjournalist Jan Künemund schrieb als Mitglied der Auswahlkommission des Festivals DOK-Leipzig über den Film: „(...) 'Nonna' ist eine Würdigung der Großmutter durch ihren filmemachenden Enkel, die präzise und mit leisem Witz Menschen, Orte und Zeit erfasst, und von einer Lebensbewegung zwischen zwei Heimaten erzählt, die nicht so verlaufen ist, wie man sich das einmal vorgestellt hat."
„Nonna“, Dokumentarfilm von Vincent Graf
Italien/Deutschland, 2025, 72 Min.
Nonna [it. Großmutter] ist allein. Allein in Süditalien. Dort schuftet sie sich täglich für ihr Vermächtnis ab – ein weitläufiges Bed & Breakfast. Eigenhändig von ihr und ihrem Mann erbaut, mit den hart erarbeiteten D-Mark aus über drei Jahrzehnten der Gastarbeit in Deutschland. 1999 kehrten beide zurück nach Italien, während ihre Kinder und Enkel in Deutschland blieben.
Nonno [it. Großvater] ist mittlerweile verstorben, nur der schwerhörige Bruder wohnt jetzt um die Ecke. Gelegentlich wird gemeinsam gegessen – häufiger lautstark diskutiert oder über den defekten Rasentrimmer gestritten. Videoanrufe mit der Schwester, ihren Kindern und Enkeln halten den Kontakt zu Deutschland aufrecht. Die Distanz zur Familie ist groß und die Verbindung oft schlecht. Doch Nonna geht stur ihren alltäglichen Arbeiten in den einsamen Zimmern, Fluren und dem Garten nach. Dabei ist sie widerwillig auf die Hilfe des Tagelöhners Ali angewiesen.Zunehmend verschwindet Nonna in den Strukturen des Hauses. Starrköpfig, laut und nachdenklich kämpft sie gegen das Wissen an, dass sie bald eine Entscheidung treffen muss.
Vincent Graf wurde 1996 als Sohn deutsch-italienischer Eltern in Deutschland geboren. Er studierte Film an der FH Dortmund, wo er sowohl dokumentarisch als auch fiktional arbeitete. Seit 2023 studiert er als Postgraduierter an der KHM. „Nonna“ ist sein erstes Projekt an der KHM.
NRW-Premiere „Nonna“
Freitag, 23.01., 20 Uhr, Filmhaus Köln
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