Supervision:
Prof. Dr. Georg Trogemann
A production of the Academy of Media Arts Cologne.
Source:
Archiv Kunsthochschule für Medien Köln
Copyright: KHM / Autoren
Kontakt: archiv@khm.de

Die Codierung des menschlichen Verhaltens in Echtzeit

P_5359_die_codierung.jpg
Authors:
Christian Heck
Subtitle: eine handlungsorientierte Alternative
Year: 0000
Categories: Text / Book / Print, Dissertation
Traditionen von Lehrmethoden des Sehens durch Apparate sind im Alltag von BürgerInnen westlicher Industrienationen tief verankert. Unser Geist wurde in den letzten fünf Jahrhunderten geschult, die abstrahierte Form unserer Erfahrungen zu verstehen um somit einen Erkenntniswert aus dieser schöpfen zu können. Geschult wird er weiterhin. In den zeitgenössischen Künsten sowie in der medialen und in der wissenschaftlichen Bildproduktion. Digitale Bildgebungsverfahren folgen laut Terry Winograd und Fernando Flores einer „rationalistischen Tradition"". Einer Tradition die meinem derzeitigen Forschungsstand zufolge erstmals Albrecht Dürer im Jahre 1525 mit seiner Anleitung zur linearperspektivischen Betrachtung von Welt, in anderen Worten, einer Gebrauchsanleitung zur fragmentierten Betrachtung von Welt, in diesem Kontext festhielt. In seiner »Underweysung der messung mit dem zirckel und richtscheyt« beschrieb er detailliert, wie er mit Hilfe eines Apparates (den „Teiler”) die Welt in ein Raster setzen könne. Eine Technik der Fragmentierung, der Rasterung, bzw. des „Scannings” (diskrete Punkte / Zeilen / Spalten) wie es Peter Weibel einige Jahrhunderte später bezeichnete. Doch Dürer fragmentierte nicht nur den Akt einer Frau mit Blick durch den „Teiler”. Er trug dazu bei, eine Formalisierung von Wahrnehmung in die damalige Uhrmacherstadt Nürnberg einzuführen und gab somit einen nicht zu verachtenden Auftakt zur Manufakturperiode, einer Zeit des Wandels vom möglichkeitsausschöpfenden Individuum zum industrialisierten Menschenbild, einem technischen Menschenbild. Heute, ca. 500 Jahre später, droht diese Formalisierung von Handlungsvorgängen sich schleichend nach innen zu kehren: eine gesellschaftliche Akzeptanz von dem, was Georg Trogemann als eine ""Übertragung von Handlungswissen und Handlungsmacht vom Subjekt auf die technischen Objekte"" bezeichnet, bahnt sich an und beginnt sich breitflächig im Hier & Jetzt zu etablieren. Exemplarisch hierfür steht der tagespolitische Diskurs
Supervision:
Prof. Dr. Georg Trogemann
Authors:
Christian Heck
A production of the Academy of Media Arts Cologne.
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